Mit rund 20.000 Einwohnern, in Rheinland-Pfalz gelegen, ist Haßloch der lebendig gewordene bundesdeutsche Durchschnitt. Ein ideales Testlabor für Marktforscher, in dem es Produkte zu kaufen gibt wie sonst nirgends in Deutschland.

Laut Statistik verdient ein durchschnittlicher Deutscher rund 45.500 Euro brutto im Jahr, die durchschnittliche Familie zählt 1,4 Kinder. 57 Prozent der Deutschen wohnen zur Miete. Und in Haßloch sieht es ungefähr genauso aus: Haßloch ist demnach typisch deutsch.

Ganz eigene Konsumwelt

Für Marktforscher wie Stefan Schemann von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist Haßloch deshalb ein ideales Testlabor für neue Produkte. Darum gibt es in den Haßlocher Supermärkten auch andere Produkte zu kaufen als im Rest der Republik.

"Das ist das, wofür Haßloch steht, für die Repräsentativität, für den deutschen Durchschnitt."
Stefan Schemann, GfK-Marktforschung

In dem Haßlocher-Labor-Supermarkt werden nicht nur Produktinnovationen präsentiert, sondern auch jeder Schritt und Tritt des Käufers beobachtet und ausgewertet. Einkaufswagen sind beispielsweise mit Sensoren ausgestattet, die registrieren, wie sich die Käufer im Supermarkt bewegen und wo sie ins Regal greifen.

Kommt die Werbung an?

Haßlocher, die zugestimmt haben, dass ihre Einkäufe später auch analysiert werden, sehen zuhause ein anderes Fernsehprogramm als alle anderen. Von den 10.000 Haushalten nehmen 3400 an den Untersuchungen teil. Und sie sehen ihre ganz eigene Werbung. Die GfK hat nämlich die Möglichkeit, während wir Werbung sehen, diese für die Test-Haßlocher mit spezieller Werbung zu überblenden. Damit kann Stefan Schemann herausfinden, "ob diese Werbung in Bezug auf den Kaufanreiz - was das Ziel ist - funktioniert."