Martin Grelics war Trainer des tansanischen Erstligisten Toto Africa. Die Spieler waren hochmotiviert, sagt er. Manchmal gab es aber nicht einmal ausreichend Wasser beim Training.

Martin Grelics war 2015 drei Monaten Cheftrainer des tansanischen Fußball-Erstligisten Toto Africa aus Mwanza, einer Stadt am Viktoriasee. Er kündigt damals seinen Job als Sportlehrer, gab seinen Trainerposten bei Bezirksligist TSV Peiting ab und reist nach Afrika.

"Mein Ziel war und ist, als Trainer einer Profimannschaft zu arbeiten", sagt Martin mit Trainer-A-Lizenz. In Deutschland ist das schwierig, die Anforderungen sind viel höher. In Tansania hat man Martin teilweise sogar als Fußball-Messias bezeichnet.

"Dort wurde ein Trainer mit A-Lizenz gesucht. Ich habe mich gemeldet, nach zwei Wochen war das fix."
Martin Grelics, Fußballtrainer

Vom Flughafen ist Martin direkt zum Trainingsplatz gefahren. Sofort begann das Training, was auch deshalb nicht einfach war, weil er die Spieler nicht kannte. Geholfen, sie auseinander zu halten, haben zumindest die unterschiedlichen Trainings-Klamotten. So lief der eine im Bayern-Shirt auf den Platz, der andere in einem von Borussia Dortmund. Überhaupt sei Tansania fußballverrückt. Die Spiele der Premiere League und der Bundesliga seien an jeder Ecke im Fernsehen zu sehen.

Martin sagt heute, er sei froh, den Schritt gemacht zu haben und nach Tansania zu gehen. Er bereue es aber andererseits auch nicht, nach 13 Wochen das Land wieder verlassen zu haben. Das Hauptproblem für ihn als Trainer und seine Vorstellungen davon, welche Trainingsbedingungen es geben sollte: Strukturen und Geld.

Martin Grelics beim Training seiner Mannschaft Toto Africa
© Martin Grelics

Alle, selbst Erstliga-Vereine Tansanias können zum Beispiel nicht immer zuverlässig ihren Spielern die Gehälter zahlen. Der Verein Toto Africa in Mwanza, den Martin trainiert hat, war besonders schlecht aufgestellt, sagt er. Teilweise gab es nicht mal genügend Geld, um Wasser für die Spieler zu kaufen. Die trainierten dann zwei Stunden in größer Sommer-Hitze ohne zu trinken - wenn Training überhaupt möglich war. Manchmal bekamen die Spieler ihre Gehälter nicht und fragten den Trainer um Geld.

Trainer und Mannschaft organisieren Freundschaftsspiele, um die Kasse zu füllen. Martin, eigentlich Coach, versuchte nach Manager-Manier Sponsoren anzuwerben. Die seien in der Vergangenheit aber so oft enttäuscht worden vom Verein, dass sie kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit hätten.

Immer alles gegeben

Die Strukturen haben Martin veranlasst, den Trainerjob wieder aufzugeben. Es bleiben aber trotzdem vor allem positive Erinnerungen - an die Freundlichkeit der Menschen in Tansania, die Natur und der Einsatz seiner Spieler, mit denen er heute noch in Kontakt steht. "Die haben immer alles gegeben", sagt er. Egal ob mit Wasser oder ohne.