Ein Planet, der der Erde sehr ähnlich ist, hat es einigen Forschern angetan. Theoretisch könnte es dort Leben geben. Grund genug, Botschaften ins All zu senden.

Der Stern Proxima Centauri steht unserer Sonne am nächsten. Im vergangenen Jahr hat ein großes Astronomenteam herausgefunden, dass um diesen Stern auch ein Planet kreist. Der ist vermutlich nur wenig größer als die Erde - manche Forscher spekulieren, dort könne es sogar Leben geben. Eine Forschergruppe, die sich METI (Messaging Extraterrestrial Intelligence) nennt, will nun Botschaften ins All schicken.

Könnten Außerirdische unsere Botschaften verstehen?

Weil sie unsere Sprachen vermutlich nicht verstehen werden, setzen die Experten darauf, Primzahlen zu verschicken. Mathematik könnte eine Art Universalsprache sein, erklärt Douglas Vakoch von der METI-Gruppe. Die Forscher tüfteln noch daran, was genau sie schicken wollen. Die interstellare Botschaft macht sich frühestens im kommenden Jahr auf den Weg.

"Klar ist, dass die Außerirdischen nicht Englisch, Suaheli oder Chinesisch sprechen. Mathematik aber könnte eine Art Universalsprache sein."
Douglas Vakoch von der METI-Gruppe (Messaging Extraterrestrial Intelligence)

Legendär ist die Arecibo-Botschaft, eine simple Grafik. Die haben Wissenschaftler schon 1974 verschickt. Die Botschaft ist nur gut 200 Byte groß, enthält Informationen über uns, das menschliche Erbgut, unsere Erde und so weiter. Auch danach gab es immer mal wieder ähnliche Aktionen.

Das Problem ist, das Raumsonden zur Zeit noch einige Zehntausend Jahre brauchen, bis sie überhaupt in die Nähe eines anderen Sterns gelangen. Da kann also noch nicht viel zurückkommen. Die Arecibo-Botschaft wurde zum Kugelsternhaufen M13 geschickt, der ist knapp 25.000 Lichtjahre entfernt - da könnte die Antwort also frühestens in 50.000 Jahren da sein.

Menschheit in Gefahr

Der prominenteste Kritiker der Primzahlbotschaften ist Stephen Hawking. Er wirbt dafür, dass wir einfach still sind und nicht durch Botschaften Aufsehen erregen. Das ist aber etwas absurd: Denn seit über hundert Jahren gibt es Radio auf der Erde. Sie ist also bereits von einer großen Kugel mit mehr als 100 Lichtjahren Radius umgeben, in der sich unsere Funkwellen empfangen lassen. Eine feindselige Zivilisation, die die Technik hätte, uns zu töten, hätte sicher auch die Technik uns ganz allein aufgrund dieser Radiowellen zu finden.

Die Suche nach den Radiowellen fremder Zivilisationen läuft übrigens nonstop, die Radioastronomen untersuchen nebenbei die von den Teleskopen empfangene Strahlung auf solche Signale.