Christian Eisert ist Gag-Autor und Comedy-Coach. Er sagt, dass Humor ein Handwerk ist. Viele Witze, die Harald Schmidt oder Oliver Pocher erzählen stammen von ihm. Kaline Thyroff lässt sich in dieser Redaktionskonferenz erklären, was einen richtig guten Witz ausmacht.

"Und wir sollten jetzt auch an unsere Soldaten denken, die Weihnachten in Afghanistan verbringen, nicht mit ihren Familien - also friedlich."
Witz-Beispiel von Christian Eisert

Christian Eisert sagt, dass Witze nach einer einfachen Regel funktionieren: Man bringe zwei Dinge zusammen die nicht zusammengehören, wecke eine Erwartung und breche diese. Damit ein Gag tatsächlich lustig rüberkommt, spielen Struktur, Gestaltung und Timing eine große Rolle. Das wiederum kann kein Gag-Autor beeinflussen. Das ist die Kunst des Vortragenden und bestimmt zu etwa 90 Prozent, ob ein Witz funktioniert oder nicht.

Grundgesetze des Humors

Die Comedians, die auf den Bühnen und vor der Kamera arbeiten, versuchen, sich möglichst ein Alleinstellungsmerkmal zu geben und einen eigenen Stil zu entwickeln. Trotzdem greifen sie dabei teilweise auf dieselben Gagschreiber zurück. Das bedeutet, abgesehen von den Grundgesetzen des Humors, muss der Gagschreiber die Themen und den Charakter der Bühnenfigur im Auge behalten.

"Lustig ist nicht, was ich lustig finde sondern die Zielgruppe."
Christian Eisert, Gag-Autor

Christian Eisert ist Autor und Texter. Er schreibt Gags für bekannte Comedians, wie Kaya Yanar, Alfons oder Harald Schmidt. Außerdem hat er für Sexy Sportclips, Shopping Queen und die Sesamstraße gearbeitet. Sein neuestes Buch heißt "Kim und Struppi - Ferien in Nordkorea", für das Christian Eisert eine Reise in die Volksrepublik unternommen hat.

Kein Talent für Humor

Von dieser Reise erzählt Christian Eisert, dass er und seine Freundin viel gelacht haben mit ihren koreanischen Begleitern - meistens jedoch aus Freundlichkeit. Er musste feststellen, dass der Humor in Deutschland und Nordkorea grundverschieden ist. Einmal wurde er während der Reise aufgefordert, einen Witz zu erzählen. Als er sagte er sei fertig sagte seine Gesprächspartnerin, er habe wohl kein Talent für Humor.

"Frau Kim ließ ihre Kamera sinken. Verärgert schüttelte sie den Kopf. 'Das müssen Sie noch üben. Für Witze haben Sie kein Talent.'"
Zitat aus "Kim und Struppi"

Christian Eisert

Christian Eisert ist 1976 geboren und in der DDR aufgewachsen. Seine Schule hatte eine enge Verbindung zur Volksrepublik Nordkorea. In seinem Buch "Kim und Struppi" erinnert er sich an den Besuch einer koreanischen Delegation. Die hatte einen Propagandafilm im Gepäck, in dem eine große regenbogenfarbene Wasserrutschbahn gezeigt wurde. Diese Rutsche hat ihn sehr beeindruckt und er hat sie fortan immer mit Korea verbunden. Für sein Buch hat er sich auf die Suche nach dieser Rutsche gemacht.

Mehr zu Christian Eisert im Netz