Digital Natives sollten es doch eigentlich wissen. Sie kennen sich doch aus mit diesem Internetz. Geht so. In den USA haben viele Probleme, einzuschätzen, welche Nachrichten echt sind und welche nicht.

Das Sex-Tape von Bill Clinton ist gefunden worden, oder: der endgültige Beweis dafür, dass Barack Obama in Kenia geboren wurde, oder: Denzel Washington gehört zu den größten Fans von Donald Trump. Das alles sind Fake-News, die in letzter Zeit die Runde machten und die viele Menschen für echt gehalten haben. Forscher der Stanford-Uni haben jetzt herausgefunden, dass viele Schüler und Studenten echte nicht von falschen News unterscheiden können. Mit ihrer Medienkompetenz ist es also nicht so weit her.

Ausschnitt aus dem Fragebogen.
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Aussschnitt des Fragebogens der Stanford History Education Group

Getestet wurden Schüler und Studenten verschiedener Schulen im Alter von ungefähr 10 bis 20 Jahren. Die meisten Schüler hatten Schwierigkeiten, verlässliche Quellen im Internet zu identifizieren. So waren die Antworten auf die Frage, ob es sich bei einem Text um Werbung handelt oder nicht, zum Teil abenteuerlich.

Antworten von Schülern und Studenten auf die Frage, ob es sich um Werbung handelt.
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Antworten von Schülern und Studenten

Die Aufgaben wurden je nach Alter verteilt. Auffällig viele hatten Probleme, in einem Online-Magazin gesponsorte Inhalte - also Werbung - von echten Artikeln zu unterscheiden. 80 Prozent hielten sie für echte Nachrichten, obwohl "sponsored content" draufstand.

"Viele gehen ja davon aus, die Digital Natives kennen sich super im Netz aus. Aber das stimmt wohl überhaupt nicht, da waren die Forscher selbst überrascht."
Jenny Rieger (DRadio Wissen) über die Schlussfolgerungen der Forscher zur Medienkompetenz der US-Jugendlichen

Die Forscher fordern nun von Lehrern, mehr Medienkompetenz zu vermitteln. Auch die Lehrpläne wollen sie überdenken und dabei helfen, neue zu entwickeln.

Vielleicht wäre das auch für Deutschland keine schlechte Idee? Zumindest macht es Facebook seinen Usern nicht leicht, echte von falschen Nachrichten zu unterscheiden. Zuletzt hatten die Facebook-Algorithmen ziemlich oft Fake-News in die Trends gesetzt, woraufhin Mark Zuckerberg selbst zugeben musste, dass da was schief läuft.

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