Eine unvorstellbare Zahl: 320.000 To-Go-Becher pro Stunde werden bundesweit einfach so weggeworfen. Freiburg will das ändern und führt als erste Stadt ein stadtweites Pfandsystem ein. Unsere Reporterin Mirjam Wörnle wollte wissen, ob es funktioniert.

Der Freiburger Pfandbecher heißt "Freiburg Cup" und ist aus Kunststoff. Mirjam Wörnle hat sich zum Frühstück beim Bäcker einen Coffee-To-Go geholt und für den Becher 1 Euro Pfand bezahlt. Bislang beteiligen sich 15 Cafés an dem Pfandsystem. Im Umlauf sind derzeit 5000 Becher. Das ist noch zu wenig.

"Die Idee in Freiburg ist, dass ein Netz in der ganzen Stadt entsteht."
Mirjam Wörnle, DRadio-Wissen-Reporterin

Michael Broglin, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft in Freiburg, will die Zahl der Cafés und der Becher so schnell wie möglich verdoppeln. Angelegt ist das Projekt für ein Jahr. In dieser Zeit übernimmt die Abfallwirtschaft die Logistik.

"Wenn es in einer Stadt wie Freiburg nicht funktioniert, wird das Pfandbechersystem in keiner anderen Stadt funktionieren."
Michael Broglin, Freiburger Abfallwirtschaft

Die Becher können wahlweise direkt im selben Café oder in einem anderen, am selben Tag oder viel später wieder abgegeben werden. Noch gibt es Anlaufschwierigkeiten, berichtet Mirjam. Teilweise seien die Becher noch nicht vorrätig oder die Verkäuferinnen vergessen, auf die Pfandbecher hinzuweisen.

"Für mich kommt das nicht infrage, weil ich meinen eigenen Becher habe, den ich immer mitnehme, weil ich die Pappbecher doof finde. Grundsätzlich finde ich die Idee gut."
Freiburgerin

Das Feedback bei den Kunden ist erst einmal positiv. Viele finden die Idee gut und wollen etwas Gutes tun, sagt Mirjam. Die Freiburger Idee ist nicht neu, nur hat keine andere Stadt bislang den Versuch unternommen, ein Pfandbechersystem flächendeckend einzuführen.

"Ich finde es super! Ich bin sowieso dafür, dass wir nachhaltiger arbeiten und deshalb finde ich das Pfandsystem ganz toll."
Verkäuferin

Die Cafés sollen die Becher zurücknehmen und reinigen. Manche Freiburger sind skeptisch. Mirjam konnte mit einem Bäcker sprechen, der die Idee unterstützt, weil er Ressourcen schonen will und dazu beitragen möchte, dass sich Freiburg als Green City weiterentwickelt.

Mehr über den Kaffeebecherverbrauch: