Die Massenmedien überschlagen sich mit schlechten Nachrichten: Tod, Gewalt, Untergang. Gibt es nicht auch Gutes auf dieser Welt? Ja, findet Kerstin Müller. Sie hat das Online-Projekt "1000 Gute Nachrichten" gegründet. Erzählt werden nur Geschichten von Glück und Erfolg.

"Uns wird jeden Tag suggeriert, dass die ganze Welt aus Krieg, Terror und Krisen besteht", sagt Kerstin Müller. Die Journalistin will die globalen Probleme nicht wegreden, aber sie will ein besseres Gleichgewicht schaffen zwischen schlechten und guten Nachrichten.

"Wenn man positiv durch die Welt geht, dann sieht man mehr positive Dinge. Es ist wie eine Bewusstseinsänderung."

Dafür hat sie das Online-Projekt "1000 Gute Nachrichten" gegründet. Mitmachen kann jeder. Das Reporterteam schreibt die guten Nachrichten selbst. Es sind Geschichten über Glück, Erfolg und Hoffnung, die die Autoren in ihrem eigenen Alltag erleben. Oder Meldungen, die sie im Netz finden. Zurzeit stehen über 400 gute Nachrichten auf der Website.

Portrait von Kerstin Müller
© privat
Kerstin Müller will mehr gute Nachrichten konsumieren.

Aber wieso bringen die Medien verstärkt schlechte Nachrichten? Die Meldungen über das Böse und Schlechte in der Welt seien voyeuristischer, auch boulevardesker, findet Müller. Damit könne man besser das Publikum erreichen. Außerdem relativierten sich die eigenen Probleme, wenn man tagtäglich über das Leid anderer informiert würde.