Wir wollen unsere Arbeit schneller erledigen, abends sofort einschlafen, morgens fit sein und in unserer Freizeit glücklich. Daraus ist eine wahre Selbstoptimierungs-Industrie erwachsen. Viel Aufmerksamkeit bekommt gerade Neurofeedback. Eine Technik, mit der wir lernen können, den Zustand unseres Gehirns willentlich zu beeinflussen.

Susanne Breitner hatte sich lange Zeit nicht im Griff. Als Kind hat sie ihrer Mutter mal so fest in die Wange gebissen, dass man durchgucken konnte. Als Erwachsene hat sie ihre Kollegen verbal verletzt. Jetzt ist es besser geworden. Bei Susanne wurde mangelnde Impulskontrolle festgestellt. Sie hat ADHS. Neurofeedbacktraining hat ihr geholfen.

"Neurofeedback ist eine Verhaltenstherapie, mit der kann ich langfristig meine Gehirnaktivität verändern."
Kerstin Mayer von der Uni-Klinik Tübingen zum Neurofeedbacktraining

Ausgangspunkt des Neurofeedbacktrainings ist die Beobachtung, dass ein aktives und leistungsbereites Gehirn charakteristische Frequenzmuster zeigt, genauso wie ein entspanntes, träges Gehirn ganz typische Frequenzmuster aufweist. Neurofeedback macht diese Muster sichtbar und damit trainierbar.

Vorsicht vor Neuro-Scharlatenen

Susanne Breitner hat ihr Verhalten nach 20 Stunden Training jetzt besser im Griff. Wovor Experten allerdings warnen, sind Anbieter, die Managern versprechen, dass sie mit Neurofeedback noch besser entscheiden können oder Motorsportlern, dass sie noch bessere Rennen fahren. Das sei unseriös.

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