Er ist ein Gigant, ein richtiger Kaventsmann. Der nordamerikanische Ochsenfrosch bedroht unsere heimische Tierwelt. Deshalb wird er jetzt gejagt. Mit scharfen Waffen.

Der Ochsenfrosch aus Nordamerika ist ein ziemliches Problem für die Tierwelt der Rheinauenlandschaft bei Karlsruhe. Schlimmer noch als sein lautes Organ ist die Tatsache, dass sich mit ihm kein einheimisches Tier anlegen will. "In seiner Heimat wird er zumindest von Alligatoren, Schildkröten, Wasserschlangen und einigen Fischarten gejagt", sagt Tierexperte Mario Ludwig.

Ein opportunistischer Omnivor. Einer der alle frisst

Der Blick in seinen Magen zeigt, der Ochsenfrosch am Oberrhein frisst neben seinen deutschen Vettern auch Insekten, Fische, Mäuse, Ratten und sogar junge Enten. Und weil er sich so wohlfühlt, vermehrt er sich rasant.

"Aus einem einzigen Laichballen können bis zu 25.000 Kaulquappen schlüpfen."
DRadio-Wissen-Tierexperte Mario Ludwig

Schon 2001 war das Veterinäramt in Karlsruhe zu fast allem bereit: Jäger gingen mit Pfeil und Bogen auf Froschjagt - weil Schusswaffen im Naturschutzgebiet verboten sind. Auch mit elektrisch geladenen Keschern wurde versucht die heranwachsenden Kaulquappen zu fangen. Leider ohne großen Erfolg. Ab 2017 soll der Ochsenfrosch - per Sondergenehmigung - vom Boot aus, mit Schusswaffen erlegt werden.

"Sogar Hechte lassen erstaunlicherweise die Flossen von den bis zu 17 Zentimeter großen Kaulquappen der Riesenfrösche."
DRadio-Wissen-Tierexperte Mario Ludwig

Mit bleiloser Schrottmunition, dem sogenannten Weicheisenschrot, sollen nun sehr erfahrene Jäger zur Ochsenfroschbekämpfung ausrücken. "Schließlich trifft auch der beste Schütze nicht immer, und bei einem flachen Aufprallwinkel könnte es, bei einem Fehlschuss, zu Querschlägern kommen", erklärt Mario Ludwig.

Ein Gigant unter den Amphibien: der Ochsenfrosch

Ob es dem ungeliebten quakenden Migranten auf diese Art und Weise jetzt endgültig an den Kragen geht, wird von vielen Naturschützern bezweifelt. Bessere Alternativen haben die Kritiker aber auch nicht vorzuweisen.

Wahrscheinlich hat ein Zoohändler, der Larven der Ochsenfrösche verkaufte, schon in den 90er Jahren die Tiere in den Rheinauen ausgesetzt. Es könnten aber auch Aquarianer gewesen sein, für die die Frösche im heimischen Terrarium einfach zu groß geworden waren, erklärt Mario Ludwig. Denn mit 60 Zentimeter Körperlänge und einem Kilo Kampfgewicht sind sie "wahre Giganten unter den Amphibien", so der Tierexperte.

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