Im Januar 1919 startete die IRA ihre Offensive gegen die britischen Truppen. 1921 wurde ein Friedensvertrag geschlossen und das Land geteilt. Ein weiterer Bürgerkrieg folgte. Wirklich Frieden wurde erst 1998 geschlossen. Jetzt ist das Land quasi vereint, doch mit dem Brexit droht eine neue Teilung.

Seit Januar 1919 kämpfte die "Irische Republikanische Armee" gegen die als Besatzer empfundenen britischen Truppen. Sie wollten die Unabhängigkeit der Insel von England und der britischen Krone. Der Anglo-irische Vertrag beendete am 6. Dezember 1921 den irischen Bürgerkrieg und teilte das Land in zwei Teile: Die Republik Irland, die fünf Sechstel der Insel umfasste, und Nordirland, das beim Vereinigten Königreich verblieb und von London aus verwaltet und regiert wurde.

Zwar beendete der Vertrag einerseits den Bürgerkrieg, legte aber andererseits den Grundstein für den bald einsetzenden zweiten irischen Bürgerkrieg, der bis zum April 1923 dauerte.

"Das Verhältnis der beiden irischen Staaten hat sich seit dem Vertrag von 1921 sehr gut entwickelt. Stand heute, da Großbritannien noch in der EU ist, sind Irland und Nordirland de facto vereinigt. Es gibt keine Grenzstellen mehr. Im Höhepunkt des Nordirland-Konflikts waren das über 200."
Roland Sturm, Politikwissenschaftler der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

In Nordirland beherrschte der Konflikt zwischen den pro-britischen Protestanten und den pro-irischen Katholiken die Politik. Bis in die 90er-Jahre dauerten die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen an. Das Karfreitagsabkommen vom 10. April 1998 beendete schließlich den "Nordirlandkonflikt".

"Es herrscht eine große Verunsicherung. Es ist nicht abzuschätzen, was der Brexit für Konsequenzen haben wird. Es gibt Ängste, dass die inner-irische Grenze wieder zur harten Grenze werden könnte."
Petra Dubilski, nach Irland ausgewanderte deutsche Reisebuchautorin

Eine Stunde History mit:

  • Jürgen Elvert, der über den irischen Bürgerkrieg und die Folgen des anglo-irischen Vertrags von 1921 spricht.
  • Roland Sturm, der das aktuelle Verhältnis zwischen den beiden Inseln nach der Pro-Brexit-Entscheidung in England und der Anti-Brexit-Entscheidung in Nordirland vorstellt.
  • Petra Dubilski, vor Jahren nach Irland ausgewandert, beschreibt die Gefühlslage der Iren nach der Brexit-Entscheidung.
  • DRadio-Wissen-Geschichtsexperte Matthias von Hellfeld spricht über das historische Verhältnis zwischen England und Irland.