Wenn wir im Netz einkaufen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass wir die Ware hinterher wieder zurücksenden. Ein Teil der Retouren landet im Müll.

Die Uni Bamberg hat unser Online-Bestell-Verhalten untersucht und herausgefunden, dass Menschen zwischen 14 und 29, ihre Bestellungen im Bereich Mode - die sie auf Rechnung bezahlt haben - mit einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent wieder zurückschicken. Bei Klamotten ist der Anteil der umgetauschten Waren höher als bei anderen Produkten. DVDs und Bücher, die wir per Vorkasse bezahlen, tauschen wir nur in 4 Prozent aller Fälle um.

30 Prozent aller Artikel müssen mindestens aufgearbeitet werden

Wenn wir Klamotten umtauschen, sehen die häufig nicht mehr so schön aus, teilweise sind die sogar bereits getragen und gar schmutzig. Die Sachen werden beim Händler geprüft, je nachdem gereinigt und gebügelt. Manche Produkte sind dann aber so mitgenommen, dass sie tatsächlich nicht mehr verkauft werden können. Eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute hat dazu Zahlen erhoben. Demnach müssen 30 Prozent aller Artikel mindestens aufgearbeitet werden, manche Artikel werden später als B-Ware verkauft.

"Die Kunden sind es schon sehr gewohnt, einfach und kostenlos zurückschicken zu dürfen. Das gehört auch zur Kundenbindung, dass man das als Händler anbietet."
Konstantin Zurawski, Netzreporter

Dass wir Klamotten zuhause anprobieren können - und nicht in einer Umkleidekabine mit scheußlichem Licht -, ist Teil des Konzepts im Online-Versand-Handel. Immer häufiger missbrauchen jedoch Kunden dieses Angebot. Vor allem bei teurer Kleidung kommt es vor, dass wir ein Kleidungsstück bestellen, es ein oder zweimal tragen und dann wieder zurückschicken.

Was die Händler im Moment machen: Sie arbeiten an verbesserten Bildern und Beschreibungen für Produkte, damit die Kunden und Kundinnen präziser auswählen können. "Aber Retouren einzuschränken, das wird niemand machen", sagt Netzreporter Konstantin Zurawski, "weil die Händler wissen: Das kostet uns Kunden, und unterm Strich verdienen wir weniger." Unser Netzreporter findet auch, dass wir uns ein bisschen mehr Gedanken übers Zurückschicken machen sollten, denn schließlich werde der Preis für die Retouren am Ende auf die Produkte aufgeschlagen.

"Es ist natürlich auch eine Umwelt- und Ressourcenfrage - wenn wir ständig Pakete durch halb Deutschland ohne Nutzen hin- und hertransportieren lassen, können wir uns mal fragen, ob das unbedingt sein muss."
Konstantin Zurawski, Netzreporter