Oroboo ist eine neue App, die innerhalb kurzer Zeit einen Übersetzer für alle möglichen Sprachen findet: Per Videochat bekommt ihr euren Dolmetscher aufs Handy.

In der Praxis funktioniert es eigentlich ganz einfach: Ihr braucht dringend jemanden, der für euch übersetzt, zum Beispiel weil ihr euch in einer fremden Stadt verlaufen habt und die Sprache dort nicht sprecht. Also öffnet ihr die Oroboo-App, gebt an, dass ihr einen Übersetzer von Deutsch zu Griechisch braucht, dann werdet ihr im Idealfall nach ein paar Minuten mit jemandem verbunden, der die deutsche und griechische Sprache beherrscht.

Ein virtuelles Blümchen für den Dolmetscher-Engel

Das ist dann euer Oroboo-Angel. So nennt die App die freiwilligen Helfer. Nun habt ihr fünf Minuten Zeit miteinander zu sprechen und euch übersetzen zu lassen. Für euch ist dieser kleine Dolmetschservice kostenlos, die Engel bekommen auch kein Geld für ihre Arbeit - aber immerhin könnt ihr virtuelle Blumen als Dankeschön verteilen. Je mehr Blumen desto besser das Übersetzen.

"Wir sprechen jetzt wirklich von Personen, die einfach zwei Sprachen fließend beherrschen, aber diese besondere Fähigkeit, die hat natürlich erst mal nichts mit der Ausbildung eines Dolmetschers zu tun."
Stephan Mourlane von Oroboo

Für die Helfer springt vor allem eins raus: Sie können endlich mal wieder ihr Sprachtalent auspacken. "Wir denken natürlich auch an Personen, die fließend zweisprachig sind, aber vielleicht gar nicht die Gelegenheit haben, ständig ihre Zweitsprache zu nutzen", erklärt der Oroboo-Gründer Stephan Mourlane. Professionelle Übersetzer will er so nicht überflüssig machen, aber die kleine Sprachbarriere im Alltag möchte er abbauen.

"Ich musste mich ehrlich gesagt, erst ein bisschen überwinden, mich mit wildfremden Leuten per Video-Chat zu unterhalten."
Anke van de Weyer, DRadio-Wissen-Reporterin

Die Vorteile von Oroboo gegenüber einer normalen Übersetzerapp: Menschen sind zuverlässiger, verstehen eher, was ihr eigentlich braucht - und ihr müsst nicht die ganze Zeit blöd auf dem Handy herum tippen. "Das ist schon sehr praktisch", sagt DRadio-Wissen-Reporterin Anke van de Weyer, die Oroboo für uns getestet hat.

Erst hat sie einen Angel für Niederländisch gefunden, dann einen für Portugiesisch. Das hat gut geklappt. Problematisch wird es allerdings bei weniger verbreiteten Sprachen. Da fehlt es noch an Freiwilligen.