Über eure Webcam am Laptop oder Computer könnt ihr ausspioniert werden. Die Webcam abkleben nervt ziemlich, aber jetzt gibt es eine Lösung - mit Einschränkungen.

Sogar Facebook-Chef Mark Zuckerberg tut es: Er klebt seine Laptop-Webcam sorgfältig mit einem Klebestreifen ab, damit er über sie nicht ausspioniert werden kann. Dieses nervige Abkleben könnte aber bald vorbei sein, denn ein ehemaliger NSA-Hacker hat das Tool Oversight entwickelt. Das schlägt Alarm, sobal eine Anwendung auf eure Webcam- oder Mikrofon-Übertrag zugreift. Bisher gibt es die App aber nur für Mac-User.

Das Tool funktioniert so: Immer wenn Webcam oder Micro aktiviert werden soll, fragt Oversight sicherheitshalber nach, ob das ok ist und ob ihr das zulassen wollt. Das soll auch funktionieren, wenn ihr zum Beispiel Skype laufen habt und sich Malware hinterrücks aufschalten will.

Streams aus Schlafzimmern, Laboren, Hinterhöfen

Mehr Schutz für die Webcam ist auf jeden Fall nötig: Inzwischen gibt es spezialisierte Suchmaschinen wie Shodan oder InSeCam für Devices, die ungeschützt dauerhaft mit dem Internet verbunden sind. Die zeigen öffentlich Bilder und Streams aus zum Beispiel Kinderzimmern, Schlafzimmern, Klassenräumen, Laboren und Hinterhöfen.

"Man solle nicht davon ausgehen, dass das eigene Leben zu uninteressant für eine Überwachung ist. Gerade private Unterhaltungen sind für potenzielle Spione oder Hacker interessant."
Andreas Noll, DRadio Wissen

Wer sicher gehen will, klebt die Webcam also ab. "Das Problem beim Abkleben ist ja, dass man die Mikro oder die Webcam auch irgendwann mal benutzen will", sagt DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll. "Und dann muss der Klebestreifen wieder runter - und danach wieder drauf."

Es ist gar nicht so leicht zu erkennen, ob die Webcam gerade heimlich filmt oder auch lauscht. Auf das leuchtende Webcam-Lämpchen solltet ihr euch nicht verlassen: "Hackern ist es schon vor längerer Zeit ohne größeren Aufwand gelungen, die Kamera zu aktivieren, ohne diese Diode auszulösen", sagt Andreas Noll.

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