Der Braunschweiger Polizeichef Ulf Küch wollte es genau wissen: Wie hängt ein Anstieg an Straftaten mit der Zunahme an Flüchtlingen zusammen? Dafür hat er eine Sonderkommission gegründet und seine Ergebnisse veröffentlicht.

Ende Januar sind die Ergebnisse der Braunschweiger Sonderkommission in dem Buch "Soko Asyl: Eine Sonderkommission offenbart überraschende Wahrheiten über Flüchtlingskriminalität" im Verlag riva erschienen. Die Daten und Fakten, die als Grundlage für Sonderkommission Asyl - jetzt umbenannt in Zentrale Ermittlungen - dienen, stammen aus der Polizeiarbeit in Braunschweig. Seit September 2015 stehen die Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung, sagt der Autor Ulf Küch. "Wir haben sehr offen die Problematik angesprochen und die Öffentlichkeit informiert", erklärt der Chef der Braunschweiger Polizei.

Mehr Menschen - mehr Kriminelle

Auffällig war die Zunahme an Straftaten zu Beginn 2015 genau in dem Stadtteil, wo sich die Landesaufnahmestelle in Braunschweig befindet. Durch diese Aufnahme sind 2015 über 40.000 Menschen durchgeschleust worden. Ulf Küch und sein Team haben sich diese Zahlen genauer angesehen. Klar sei ihm gewesen, dass da, wo sich plötzlich mehr Menschen befinden, auch die Straftaten zunehmen. Der Grund ist so simpel wie einleuchtend: Unter den Menschen sind immer Kriminelle dabei, kommen viele Menschen zusammen, sind eben auch mehr Kriminelle darunter.

"Fakt ist: Die Flüchtlinge, die wir in Braunschweig hatten, sind zu 99,5 Prozent vollkommen friedliche Menschen. Ich bin froh, dass sie hier Schutz und Hilfe von uns erfahren."
Ulf Küch, Polizeichef Braunschweig

Ulf Küch ist ein erfahrener Polizist, seit knapp 42 Jahren ist er im Dienst der niedersächsischen Kriminalpolizei. Vor 20 Jahren gab es ähnliche Flüchtlingsbewegungen in Deutschland. "Es sind Kriminelle dabei, das ist gar keine Frage, die mit den Asylsuchenden eingereist sind. Aber diese Kriminellen haben mit der Masse der Flüchtlinge, die um Schutz und Hilfe suchen, überhaupt nichts zu tun. Deshalb ist die Diskussion, dass Flüchtlinge kriminell sind und von ihnen eine große Gefahr ausgeht, vollkommen aus der Luft gegriffen", stellt Ulf Küch klar.

"Der liebe Gott hat die Kriminellen gleichmäßig auf alle Völker verteilt."
Ulf Küch, Polizeichef Braunschweig

In dem Buch werden bestimmte kriminelle Methoden beschrieben, die von Menschen aus bestimmten Regionen verübt werden. Ulf Küch glaubt aber nicht, dass darin eine Gefahr der Pauschalisierung ganzer Nationen läge, denn er mache deutlich, dass es sich um einzelne Personen handele. "Man bewegt sich natürlich auch auf des Messers Schneide", gibt der Polizeichef zu, aber das sei genau das Problem in der Vergangenheit gewesen, dass bestimmte Fakten totgeschwiegen wurden.

"Aus Sicht der Polizei sage ich: Jawohl, wir haben mehr zu tun, das ist gar keine Frage, es sind über eine Million mehr Menschen im Land. Aber das sind alles keine großen Probleme und die kriegen wir in den Griff."
Ulf Küch, Polizeichef Braunschweig

Wichtig ist Ulf Küch klarzustellen, dass es keine kriminellen Völker, aber durchaus ethnische Gruppen aus bestimmten Ländern gibt, die bestimmte Kriminalitätsformen in die Republik eingebracht hätten. "Darüber müssen wir sprechen und zwar vor dem Hintergrund, dass sie Straftaten begehen, die Nationalität spielt da eine untergeordnete Rolle", betont der Polizist.

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