Weltraumforscher haben ein privat finanziertes Projekt angeschoben: Sie wollen das erste Foto von einem erdähnlichen Planeten in Alpha Centauri machen. Das Forschungsprojekt heißt: Project Blue. Denn "Blau" verrät Wasser.

Alpha Centauri ist das Sternensystem nebenan und schlappe 4,34 Lichtjahre entfernt. Irgendwo dort muss es doch einen Planeten wie unsere Erde geben, nicht zu heiß, nicht zu kalt, feste Oberfläche, Wasser. Ein mehr oder weniger lebenswerter Planet eben. Bisher lässt sich die Erdähnlichkeit nur berechnen. Um Fakten zu schaffen, wollen Wissenschaftler nun mit dem Project Blue ein Foto von Erde II machen.

"Wenn man wirklich ein Foto sehen würde von einem blauen Punkt, dann wüsste man: Da draußen ist sowas wie eine zweite Erde!"
Jens Kube

Das Ziel hat das Procect-Blue-Team auch schon ausgemacht: Um den Stern Proxima Centauri, der vermutlich Teil des Sternensystems Alpha Centauri ist, gibt es einen Planeten, der vermutlich erdähnlich ist. "Erdähnlich" ist dabei aber relativ: Ein Jahr dauert nur zwölf Tage, und es ist dort mit Minus 40 Grad etwas kälter als bei uns, aber auch das ist noch nicht ganz gesichert.

50 Millionen Dollar fürs Weltraumteleskop

Das Problem bei solchen Weltraumfotos ist: Die Sterne sind im Weg und überstrahlen alle Planeten. Möglich ist das nur mit einem hochspezialisierten Weltraumteleskop. Das muss derzeit privat finanziert werden, weil die Weltraumagenturen auf das Projekt verzichten. Das Risiko sei zu hoch, dass es in Alpha Centauri eben doch keinen solchen Himmelskörper gebe. Für bis zu 50 Millionen US-Dollar wollen nun US-Wissenschaftler bis 2018 ihr Teleskop bauen.

Wenn das Foto dann einen blauen Planeten zeigen würde, "hätten wir einen Hinweis darauf, dass ein Planet für Leben, wie wir es kennen, freundlich wäre", sagt der Wissenschaftsjournalist Jens Kube. Ob es dort dann womöglich tatsächlich Leben gebe, dürfte sich für lange Zeit nicht beweisen lassen. Hinweise für Wasser liefert ein Foto aber.