Nach dem Absturz des russischen Flugzeugs über der Sinai-Halbinsel, hat Großbritannien eine Reisewarnung für die Region um Sharm El-Sheikh ausgesprochen. Deutsche Touris können sich weiterhin unbesorgt am Roten Meer sonnen. Das Auswärtige Amt sieht keinen Grund zur Besorgnis.

Der Grund dafür: Jedes Land entscheidet selbst, ob es seine Staatsbürger vor Reisen in bestimmte Länder warnt - oder eben nicht.

Das Auswärtige Amt schreibt zu Ägypten:

  • "Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen westliche Ziele und Staatsbürger richten"
  • "Der Flugverkehr von und nach Sharm el-Sheikh wurde vorübergehend eingeschränkt. Betroffenen wird empfohlen, Kontakt zu ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluggesellschaft aufzunehmen"

Reisewarnungen des Auswärtigen Amts

Für andere Länder spricht das Auswärtige Amt deutliche Reisewarnungen aus:

  • "Das Auswärtige Amt warnt dringend vor Reisen nach Jemen. Deutsche, die sich gegebenenfalls dort noch aufhalten, wurden aufgefordert, aus dem Jemen auszureisen. Die deutsche Botschaft in Sanaa ist vorübergehend geschlossen und kann im Notfall keine konsularische Hilfe vor Ort leisten"

Bei den Reisewarnungen gibt es unterschiedliche Stufen:

  • Sicherheitshinweise machen auf Probleme aufmerksam, eventuell mit einer Empfehlung verbunden, bestimmte Regionen zu vermeiden
  • Reisewarnungen sind ein klarer Hinweis, nicht in ein bestimmtes Land zu reisen - dazu gehören unter anderem Jemen, Syrien, der Irak und Somalia
  • Teilreisewarnungen gelten für Regionen in bestimmten Ländern - zum Beispiel die Gegend um Fukushima in Japan oder die Ostukraine

Eine Übersicht über alle Reisewarnungen findet ihr hier: Auswärtiges Amt - Aktuelle Reisewarnungen

Widersprüchliche Reiseregelung in Europa

Ein einheitliche europäische Regelung in Sachen Reiserecht gibt es nicht - und das obwohl es in der EU sogar einen gemeinsamen Auswärtigen Dienst gibt. Darüber regt sich Ernst Führich auf, der sich bestens mit Reiserecht auskennt.

"Ich frage mich, warum heute noch unterschiedliche Reisewarnungen in den verschiedenen Mitgliedsstaaten ausgesprochen werden. Obwohl es ein leichtes ist, das abzustimmen und den Touristen nicht zu verunsichern."

Ernst Führich empfiehlt Reisenden, sich im Vorfeld einer Reise nicht nur auf den Seiten des deutschen Auswärtigen Amts zu informieren, sondern auch auf den Websites der Außenministerien in Österreich und der Schweiz vorbeizuschauen.