Was heute das iPhone 7 ist, war Anfang des neuen Jahrtausends das Nokia 3310. Das Handy mit Kultstatus erweckt immer noch nostalgische Gefühle. Was liegt da näher, als es wieder auf den Markt zu bringen. Fragt sich nur mit welcher Technik.

Schon in zwei Wochen will das Unternehmen HMD Global die Neuauflage des Nokia 3310 präsentieren. Eines der Handys schlechthin. Weltweit mehr als 120 Millionen Mal verkauft, wurde es von vielen Nutzern liebevoll schlicht als "Knochen" bezeichnet.

Das Nokia 3310 ist unter Fans ein echter Tech-Mythos

Eigentlich eine Ehre, denn das Nokia 3310 galt als extrem widerstandsfähig und nahezu unzerstörbar. Natürlich gibt es bei YouTube etliche Videos, die das Gegenteil beweisen. Da wird das gute alte Nokia 3310 auf Gleise gelegt, bis ein Zug drüber rollt oder aus schwindelerregender Höhe der Schwerkraft anvertraut, um am Boden in tausend Einzelteile zu zerschellen.

Ein weiteres großes Plus war die unglaublich lange Akkulaufzeit. Hält eine Akkuladung bei den aktuellen Smartphones gerade mal einen Tag, konnte das Nokia 3310 ohne Problem eine Woche aushalten, ohne eine Steckdose aus der Nähe zu sehen.

Spagat zwischen Moderne und Nostalgie

Der Preis der Neuauflage soll bei günstigen 59 Euro liegen. Ob dafür allerdings Touchscreen und LTE möglich sind, ist fraglich. Aber den Nostalgikern unter uns würde es wohl schon reichen, wenn der Spieleklassiker Snake wieder mit an Bord wäre, oder doch nicht?

Wie viel moderne Technik die Entwickler dem Nokia 3310 in der Smartphoneära verpassen werden, entscheidet sich Ende Februar auf dem Mobile World Congress. Das Dilemma: Zu wenig Anpassung enttäuscht die Erwartungen der von Technik verwöhnten User, zu viel Zeitgeist und das 3310 ist einfach nicht mehr das 3310, wie wir es kennen und lieben gelernt haben.

"Die unternehmerische Entscheidung ist, dass ein Retroprodukt möglicherweise eine größere Zielgruppe hat. Also ein entkerntes Gebäude. Das heißt, die komplette alte Hülle behalten, die Technik ist aber die Technik von heute."
Alexander Haubrock von der Fachhochschule Bielefeld

Vielleicht erwartet uns aber auch eine Art Zwitterwesen, mit modernem Farbdisplay ohne Touchscreen, dafür aber mit den altmodischen Tasten.

Noch so eine Sache, die viele Nostalgiker bei Smartphones vermissen. Eine Tastatur, bei der man weiß, wo man wie drücken muss, damit auch ohne Sichtkontakt der korrekte Text entsteht.