In den 90er Jahren waren "Monkey Island" oder "Maniac Mansion" beliebte Spiele. Heute sind diese Adventure-Games ein Nischengenre - allerdings mit Trendfaktor. Im März soll "Thimbleweed Park" erscheinen - eine Hommage an "Monkey Island".

Ron Gilbert ist eine Legende in der Computerspielszene: Er ist der Erfinder von "The Secret of Monkey Island" von 1990, das für viele Spieler immer noch das beste Adventure-Spiel überhaupt ist. Für das bunte und humorvolle Point-and-Click-Adventure, das in der Karibik spielt, hat Ron das Beleidigungsfechten erfunden. Weil in dem Spiel Piraten vorkommen, musste er sich überlegen, wie diese ihre Gefechte ausführen - in seinem Spiel ist nicht der Beste, wer kunstfertig den Degen führt, sondern wer am cleversten beleidigen kann.

"Unglücklicherweise werde ich dauernd beleidigt, andauernd kommen Leute zu mir und beschimpfen mich. Dabei ist es doch über 25 Jahre her! Die erinnern sich sehr viel besser an die Schwertkämpfe als ich."
Ron Gilbert, Erfinder von "The Secret of Monkey Island"

"Monkey Island" war stilprägend. Wesentlicher Spielinhalt ist, Rätsel zu lösen und so das Spiel voranzutreiben. Dazu gibt es eine komische Geschichte um den verliebten Piraten Guybrush Threepwood, seiner Flamme Elaine Marley und den Geisterpiraten Le Chuck. Die Art und Weise, wie die Story und Rätsel in "Monkey Island" umgesetzt sind, hat viele Gamesdesigner wie Marcus Bäumer inspiriert.

"Ich habe damals sehr lange über das Design und die Struktur dieser Spiele nachgedacht. Es geht nicht nur darum, irgendeine Geschichte mit ein paar Rätseln zu verrühren, stattdessen wollte ich die Rätsel glaubwürdig mit der Story und der Umgebung verbinden."
Ron Gilbert, Erfinder von "The Secret of Monkey Island"

Marcus Bäumer arbeitet mit zwei Partnern an "Unforeseen Incidents". Bei dem Point-and-Click-Adventure durchstreift ein Spieler handgemalte Kulissen, trifft auf skurrile Charaktere und führt witzige Gespräche. Am Ende soll er eine Verschwörung aufdecken, die das Ende der Menschheit bedeuten könnte.

"Was mir an den Adventure-Spielen gefällt ist, dass es nicht darum geht, rumzurennen und rumzuballern, sondern das man Geschichten erlebt. Das ist es vergleichbar damit, ein Buch zu lesen oder einen Film zu schauen."

Heute sind Adventure-Spiele ein Nischengenre, für das sich langsam wieder mehr Gamer begeistern, vor allem auch, weil die Entwickler in dem Bereich experimentieren. Die Adventure-Spiele erzählen eine Geschichte und die Kunst der Entwickler ist es, die Geschichten spannend und immer wieder neu zu erzählen. Einer von diesen Geschichtenerzählern ist wieder: Ron Gilbert.

Im März erscheint das neue Spiel von Gilbert. "Thimbleweed Park" erinnert sehr an die ganz alten Games, die Grafik ist retro, aber die Geschichte, die Steuerung, die Details und Effekte haben sich der Zeit angepasst. Und seine alten und neuen Fans freuen sich schon.

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