Wir haben keine Zeit, immer in die Kantine zu gehen oder in der Küche etwas zu kochen. Also gibt es Käsestulle, heiß gemachte Lasagne, Kekse. Was ist das nur für ein trauriges Mittagessen am Schreibtisch.

Das aktuelle Bild auf saddesklunch.com ist schon eine Traurigkeit für sich: Da liegen zwei angeknabberte Brothälften herum, für den Geschmack hat der Genießer sich zwei dünne Scheiben Käse darauf gepappt und in Backofen oder Mikrowelle etwas eingedampft. Das Stückchen Paprika macht es nicht wesentlich besser. So schaut es bei den Amerikanern aus. In Deutschland ist die Situation aber nicht sehr viel besser.

Nur 20 Prozent gehen in die Kantine

Auch wir Deutschen bleiben vom traurigen Mittagessen am Schreibtisch nicht verschont: Mehr als jeder Zweite bringt sich sein Essen zur Arbeit selbst mit - und nur knapp 20 Prozent gehen in die Kantinen. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben ja auch gar keine. Also schaufeln wir uns unser Essen vor dem Monitor rein und arbeiten nebenbei weiter.

"Das Sättigungsgefühl tritt erst 15 bis 20 Minuten nach Beginn einer Mahlzeit ein. Ein Schnellesser gibt dem Sättigungsgefühl keine Chance."
Antje Gahl, Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Ernährungstechnisch ist das nicht so clever: Wer nebenbei und unkontrolliert irgendwas in sich hinein stopft, merkt nicht, wenn er schon satt ist, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Und wenn es schon Schreibtischessen sein soll, dann kann es auch etwas Gesundes sein: Volkornbrot oder Vollkornbrötchen. Das gibt viel Energie für den Abend. Dazu passt immer ein Joghurt oder Gemüse wie Tomaten, Gurken, Kohlrabi etc.

Gemeinsames Essen ist gut für die Karriere

Aber auch wenn es gutes Brot und leckeres Gemüse und Obst gibt: Desk Lunch ist automatisch auch ein einsamer Lunch. Selbst Karriere-Experten raten dazu, mit den Kollegen essen zu gehen. Die Ernährungsexpertin Anja Gahl schließt sich an: "Den Austausch mit den Kollegen sollte man sich nicht verbauen."