Vor Kiel macht gerade eine gigantische Privatyacht Testfahrten. Sie ist für einen russischen Milliardär gebaut worden - und alles ist streng geheim.

Sie sieht aus wie das mobile Hauptquartier eines Superschurken in einem James-Bond-Film: Die Sailing Yacht A ist 142 Meter lang, die Masten 90 Meter hoch. Ein größeres Segelschiff gibt es nicht. Zum Vergleich: Das deutsche Segelschulschiff Gorch Fock ist schlappe 82 Meter lang und hat 45 Meter hohe Masten.

Das Schiff kostet etwa 400 Millionen Euro. Es reicht also nicht, einfach nur Kohle zu haben, der stolze Besitzer muss richtig stinkreich sein, um sich das Schiff leisten zu können. Der Bauherr ist ein russischer Oligarch. Andrej Melnitschenko ist offenbar Seefahrtsfan: Er besitzt bereits eine 119 Meter lange Yacht, die A belegt auf der Liste der längsten Motoryachten den 19. Platz.

Der Bau des Schiffes ist streng geheim. Betreten ist verboten, die Werft rückt keine Informationen raus, alle Mitarbeiter mussten Verschwiegenheitserklärungen unterzeichnen.

"Das liegt an der Eitelkeit der Yachtbesitzer. Das ist wie jemand, der seinen Sportwagen tunt und erst zum Treffen der Sportwagenfahrer mit seinem aufgemotzten Auto vorfahren möchte."
Frank Behling, Schifffahrtsexperte bei den Kieler Nachrichten

Wegen dieser Geheimhaltung wird auch viel Seemannsgarn gesponnen, berichtet unser Korrespondent in Kiel Johannes Kulms: Angeblich ist das Schiff so riesig, dass es die Ostsee nur schwer verlassen kann. Brücken versperren dem hohen Schiff die Ausgänge, nur bei Kopenhagen gibt es eine passende Stelle Richtung Russland. Voraussetzung: Der Tiefgang darf nicht mehr als acht Meter betragen.

"Manhattan wird dieses Schiff nie sehen. Es kommt nicht ins Schwarze Meer. Den Suezkanal schafft es auch nicht."
Frank Behling, Schifffahrtsexperte bei den Kieler Nachrichten