Für Herdentiere wie Kühe sind herkömmliche Schlachtungen der reinste Horror: Sie werden aus ihrer Herde entfernt, weggefahren und dann getötet. Dabei geht es viel tierfreundlicher: direkt auf der Weide.

Eine gewöhnliche Schlachtung sieht so aus: Die Kuh wird von ihrer Herde getrennt, in einen Anhänger verfrachtet und auf einen Schlachthof gefahren. Dort müssen die Tiere dann manchmal noch eine Weile warten. "Dann werden die Tiere der Betäubungs- beziehungsweise Tötungsfalle zugetrieben", sagt Lea Trampenau. Für die Tiere bedeutet das vor allem Stress. "Wenn man einen Blick hat für Tiere, kann man ihnen das ansehen."

"Das Schlimme ist, dass alle Tiere die dort geschlachtet werden, von der Herde getrennt werden müssen."
Lea Trampenau über herkömmliche Schlachtungen

Tiere töten - ohne zu viel Leid

Das möchte Lea Trampenau ändern. Sie hat ökologische Agrarwissenschaften studiert. Ihre Diplomarbeit hatte den Titel: "Beurteilung alternativer Schlachtmethoden im Hinblick auf die Verringerung der Furcht von Rindern". Kurz: Wie kann man Rinder töten, ohne ihnen unnötiges Leid zuzufügen?

Am einfachsten geht das, indem die Tiere direkt auf der Weide, in ihrer Herde erschossen werden. Dafür muss sich der Bauer der Kuh auf der Weide nähern - und sie mit einem Kugelschuss in den Kopf töten. "Ganz entscheidend ist, dass er richtig trifft", sagt Lea Trampenau.

"Er muss direkt vor dem Tier stehen, erahnen, was das Tier als nächstes tun wird."

"Es ist nur ein kleiner Bereich, den man treffen soll. Das ist der Kreuzungspunkt der gedachten Linien zwischen Augen und Hörnern", erklärt Lea Trampenau. Die Tiere sind dann bewusstlos - im besten Fall sogar tot - und fallen dann auf der Weide einfach um.

"Die mutigen oder die ranghöheren Kühe, die gehen dahin und stupsen das Tier mit der Nase an, sie schnuppern und untersuchen das Tier. Aber sie haben ja keine negative Verbindung zum Tod wie wir es haben."
Lea Trampenau