Millionen Seriengucker kennen das Problem: Es läuft gerade erst die fünfte Folge der Lieblingsserie, schon dösen sie weg und verpennen das ganze Spektakel. Netflix arbeitet gerade an einem System, dass wenigstens auf Pause drückt, wenn der Gucker einschläft. Aber woher kommt dieses Fernseh-Einschlafen eigentlich?

Das neue Netflix-System funktioniert über die Socken und ist etwas für Selberbastler. Ihr müsst dafür eine Beschleunigungselektrode an euren Strumpf montieren. Die registriert, wenn ihr euch nicht mehr bewegt, fordert euch per Lichtsignal zu einem Fußwackeln auf. Reagiert ihr nicht, dann geht eure smarte Socke davon aus, dass ihr eingeschlafen seid - und drückt via Signal die Pause-Taste eures Fernsehers. Ihr könnt schlafen, nach dem Aufwachen direkt weiter glotzen.

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Vor allem ist diese Pausefunktion eine Werbeaktion vom Streaming-Dienst Netflix. Aber dieses Einschlafen vor dem Fernseher, dieses ganz entspannte weglullen auch bei spannenden Filmen und Serien, ist trotzdem ein (Luxus-)Problem, das viele von uns kennen. Klar ist aber auch, es gibt zwei Fronten: Menschen, die immer vor dem Fernseher einschlafen, und die Glotzer, die überhaupt nicht bei eingeschaltetem Fernseher pennen können.

"Die Leute, die vor dem Fernseher einschlafen, haben sicherlich ein Problem im Schlafmanagement."

Der Schlafforscher Lennart Knaack zieht bittere Bilanz für alle Flimmerkisten-Penner: "Das ist kein normales Verhalten." Eine genetische Entschuldigung gebe es dafür nicht, Menschen, die vor dem Fernseher einschlafen, machen schlichtweg einen Schlaf-Hygienefehler. Generell sei das TV-Nickerchen kein gesunder Schlaf - schon weil das Geflimmere das nicht wirklich zulasse. Dunkelheit unterstützt das Schlaf fördernde Hormon Melatonin, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert.

Ein paar Tipps vom Schlafprofi

Lennart Knaacks Aufruf an alle Einschläfer: Zelebriert euren TV-Abend! Und, wenn ihr eh Schlafprobleme habt, gewöhnt euch ein paar Rituale an:

  • Protokolliert euren Schlaf
  • Setzt euch Schlafzeiten und haltet diese ein
  • Zieht eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen Tagesbilanz und kommt so langsam runter
  • Nicht zu viel Kaffee oder Alkohol vor dem Ins-Bett-Kuscheln

Dann klappt es auch wieder mit dem ordentlichen Schlaf. Und mit dem Seriengucken ohne Einpennen.

Mehr zum Schlafen, Einschlafen, Schlaf-Verhinderern:

Shownotes
TV-Einschläfer
Komplett verpennt
vom 17. Dezember 2015
Moderator: 
Thilo Jahn
Gesprächspartner: 
Lennart Knaack, Schlafforscher