Da gähnt es uns an - das weiße Blatt in unserem Word-Dokument. Obwohl alle Formatierungen für eine wissenschaftliche Arbeit hinterlegt sind. Aber wie anfangen? Ein Aufenthalt in einem Schreib-Ashram soll helfen. Das Geheimnis: idyllische Umgebung, persönliche Betreuung und ein fester Zeitplan.

Ein Schreib-Ashram - klingt nach einer esoterischen Einrichtung, ist aber in Wirklichkeit ein wissenschaftliches Konzept. Entwickelt hat es Ingrid Scherübl nach einem Indien-Urlaub. Ein Aufenthalt in einem Ashram hat sie dazu inspiriert. Das Konzept besteht vor allem aus einem klar strukturierten Alltag, in den feste Zeitfenster fürs wissenschaftliche Schreiben eingebaut sind.

"Es geht darum, gute Arbeitsbedingungen zu schaffen für Wissensarbeit, fürs Schreiben.“

Ein typischer Tagesablauf im Schreibashram sieht zum Beispiel so aus:

  • 7.00 - Wecken
  • 7.30 - 8.00 Sport
  • 8.30 - 9.00 Frühstück
  • 9.00 - 11.00 Schreiben
  • 11.00 - 11.15 Teepause
  • 11.15 - 13.00 Schreiben
  • 13.00 - 15.00 Mittagspause
  • 15.00 - Schreiben / Peer-Coaching / Workshops (optional)
  • 16.30 - Kaffeepause
  • 17.00 - 19.00 Schreiben
  • 19.00 - 20.00 Abendessen
  • 20.00 - 21.30 Freie Zeit
  • 21.30 - Meditation
  • 23.00 - Licht aus!

Der Flow kommt an Tag vier

Verzichten müssen die Teilnehmer auf nichts. Es gibt reichlich Essen und Getränke, eine idyllische Umgebung, schöne Arbeitsplätze - also ideale Bedingungen für jemanden, der sich konzentrieren will oder muss. Gut, eine Ausnahme gibt es dann doch: Internet. Das gibt es nur für 60 Minuten am Tag, der Produktivität zuliebe.

Vor allem junge, ambitionierte Wissenschaftler machen von dem Angebot des Schreibashrams Gebrauch. Und auch wenn die erste Zeit gewöhnungsbedürftig sein kann. Spätestens am vierten Tag haben alle Teilnehmer mal erlebt, was ein richtiger Schreibflow ist.

"Spirituell erleuchtend ist es nicht, eher wissenschaftlich voranbringend."
Ingrid Scherübl