Auf dem Markt, in der Kneipe, am Kiosk - überall kann man in Schweden mit der Karte bezahlen. Manche Läden akzeptieren schon gar kein Bargeld mehr. In ein paar Jahren ist es womöglich komplett verschwunden.

Manchmal wird Satire zur Realität. Der Postillon prognostizierte vor vier Jahren: Erster Punk akzeptiert auch EC- und Kreditkarte. Man muss mit der Zeit gehen. Wenn die Passanten kein Kleingeld mehr mit sich führen, spenden sie eben per Kartenzahlung.

Nicht genau das, aber doch sehr Ähnliches ist seit ein, zwei Jahren in Schweden keine Satire mehr. Denn Verkäufer von Obdachlosenzeitungen führen tatsächlich ein Kartenterminal bei sich. Die Käufer können so per Kreditkarte die Zeitung bezahlen.

Überhaupt schafft Schweden gerade das Bargeld ab. Die Bananen auf dem Wochenmarkt, der Hot Dog am Würstchenstand, das Bier in der Kneipe - das ist alles mit Karte zahlbar. Einige Läden akzeptieren ausschließlich Kartenzahlung. Experten gehen davon aus, dass in acht oder neun Jahren Münz- und Scheingeld in Schweden komplett verschwunden ist.

Wohin mit dem Bargeld?

Verbraucher finden das gut - schließlich nehmen sie die Angebote an, nicht mehr mit Bargeld zu zahlen. Auch Banken haben etwas davon, weil sie an den Transaktionen verdienen und die Gefahr von Raub und Diebstahl als geringer einschätzen.

Doch wie bei vielen neuen Entwicklungen: Besonders die älteren sind manchmal überfordert. Wer seit 70 Jahren mit Bargeld bezahlt, hat es mitunter schwer, sich auf die Karte umzustellen. Manche Menschen horten ihr Bargeld zu Hause - sie wissen einfach nicht mehr, wohin damit.