Alle reden über selbstfahrende Autos, die den Verkehr sicherer machen. Aber was machen Selfdriving Cars im Verkehrschaos in Städten wie Paris oder Berlin? Die Gründer der französischen Firma Sea Bubbles setzen stattdessen auf selbstfahrende elektrische Wassertaxis. Die umfahren einfach den Stau auf dem Wasser. Im Sommer 2017 sollen die ersten Sea Bubbles über die Pariser Seine flitzen.

Sie sehen total futuristisch aus: Die Seabubble Taxis wirken wie niedliche käferförmige Starwars-Raumschiffe auf vier Stelzen. Oder wie das Blog Gründerszene meint, wie "eine Mischung aus Gondel, Manta-Rochen und Googles selbstfahrendem Auto". Diese Taxis sollen künftig die Flüsse, Seen und Meere der Millionenmetropolen befahren.

Denn egal ob New York, Tokio, San Francisco, London, Paris, Shanghai oder Berlin - fast alle diese Städte liegen am Meer oder haben zumindest einen Fluss, der durch die Innenstadt fließt. Und all diese Wasserstraßen werden bisher für den Nahverkehr kaum genutzt.

Per App bestellen und dann übers Wasser schweben

Die Sea Bubbles sollen von Passagieren über eine App gerufen werden. Die App informiert auch darüber, wie lange es dauert, bis dein Wassertaxi an der Haltestellte anlegt. So ein Sea Bubble besteht aus einer runden weissen Kapsel für bis zu vier Passagiere. Diese Kapsel hat vier senkrechte und unten nach innen gebogene Tragflächen.

Wenn das Wassertaxi Fahrt aufnimmt, dann hebt sich die Kabine rund 70 Zentimeter aus dem Wasser, so ähnlich wie bei Tragflächenbooten. Deswegen sieht es so aus, als schwebe die Kabine über der Wasseroberfläche. Und mit diesen Wassertaxis will Sea Bubbels "das Uber für den Transport auf den Wasserwegen" werden, wie das amerikanische Onlineportal The Verge schreibt.

"Interessant finde ich, wie der Strom für die Sea Bubbles erzeugt werden soll: Die Stege werden mit Wasserturbinen ausgestattet, der Fluss macht also den Strom. Und der wird dann in die Akkus der Taxis geladen."
Martina Schulte, Netzreporterin

Autonom zu Wasser

Noch gibt es Platz für einen Steuermann, aber das Ziel ist, dass die Kapseln wie selbstfahrende Autos autonom fahren. Sie funktionieren mit umweltfreundlichem Elektroantrieb und werden von zwei Schiffspropellern angetrieben. Schon diesen Herbst sollen die ersten Testfahrten in Paris beginnen. Der offizielle Start ist dann im Frühjahr 2017 mit 25 Sea Bubbles und sechs bis zehn Anlegestellen.

Alain Thebault and Anders Bringdal, die beiden Gründer, sind begeisterte Segler und haben die Firma vor sieben Monaten gestartet. Die beiden arbeiteten schon beim Hydroptère zusammen. Das ist das schnellste Segelboot der Welt. Das ist 2009 als erstes Segelboot schneller als 100 Kilometer pro Stunde gefahren.

Segelschiff Hydroptère 3
© seabubbles.fr
Die Gründer von Sea Bubbles kennen sich mit Booten aus: Sie haben auch das schnellste Segelboot der Welt gebaut, die Hydroptère.

Dem Blog Golem hat Anders Bringdal erzählt, dass er und sein Partner bei der Konzeption der Sea Bubble auf die Erfahrungen zurückgegriffen haben, die sie bei Hydroptère gemacht haben. Sie haben auch schon ein Konzept im Maßstab 1:8 gebaut und damit 500.000 US-Dollar eingesammelt.

Auch die Bürgermeisterin von Paris unterstützt das Projekt. Das Blog Gründerszene meint: Es sei Sea Bubbles durchaus zuzutrauen, dass sie das hinbekommen. Denn Unternehmen wie Google, General Motors, Ford, BMW, Lyft und Uber konzentrierten sich auf PKW oder Busse, nicht auf Wasserfahrzeuge. So bliebe den Visionären von Sea Bubbles ein spannendes Nischensegment, das trotzdem profitabel sein könnte.