Seegras geht jährlich um drei Prozent zurück. 122 Wissenschaftler warnen: Wenn das so weiter geht, haben wir 2060 gar kein Seegras mehr. Dabei ist es wichtig für kleine Fische und letztlich auch für uns.

Rettet das Seegras! Das ist der Hilferuf von 122 Wissenschaftlern in einem offenen Brief - zusammen mit der World Seagrass Association. Seegras ist wegen seiner verschiedenen Funktionen sehr wichtig. Unter anderem bietet es kleinen Fischen Schutz vor Jägern. Insbesondere für den Fisch-Nachwuchs ist es lebenswichtig, da Seegras sozusagen als Fisch-Kindergarten genutzt wird, und zwar so lange, bis die Kleinen selbstständig sind. Außerdem bietet das Seegras, das vor allem in Küstenregionen wächst, Schutz vor Erosionen.

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Ein weiterer wichtiger Vorteil von Seegras ist, dass es Kohlendioxid speichert. Ohne Seegras gelangt also letztlich mehr Koholenstoffdioxid in die Atmosphäre.

Wirbelstürme oder bestimmte Krankheiten sind natürliche Feinde des Seegrases. Aber im Gros ist der Mensch verantwortlich für den Rückgang. Weil Seegras vor allem an Küsten wächst, leidet es unter Fischfang oder Ankern, die in den Boden gehauen werden. Eigentlich ist Seegras recht widerstandsfähig, aber ins Meer geleitete Abwässer greifen die Pflanze an.

Der Mensch ist der größte Feind von Seegras

Im Südosten Frankreichs gibt es fast 40 Prozent weniger Seegras im Laufe des letzten Jahrhunderts. In Singapur, Kanada und der Karibik sind es schon 45 Prozent weniger in den letzten 50 Jahren.

Was Hoffnung macht: Seegras-Teppiche können sich gut erholen. Die Forscher fordern, dass bei großen Projekten in Küstennähe mehr auf das Seegras geachtet wird. In Florida gibt es schon erste Erfolge.