Sexismus und perfekte bis zur Künstlichkeit bearbeitete Fotos von Frauenkörpern gehören für uns zum Alltag - und beeinflussen unsere Wahrnehmung. Susanne Kontny zerstört diese Bilder und setzt sie in Collagen neu zusammen.

Nackte Hintern und Brüste, perfekte, glatte Gesichter, Beine ohne Haar und ohne Dellen - egal ob Deowerbung, Autoreklame oder klassische Frauenzeitschrift: Seximus ist im Jahr 2016 immer noch völlig normal - oder? Eine besondere Art damit umzugehen hat Susanne Kontny gewählt. Sie ist Kunststudentin aus Dresden und sie hat die perfekten, nackten Frauenkörper aus der Werbung mit der Schere zerlegt und zu neuen Körpern wieder zusammengesetzt. Dadurch hat sie neue, völlig gesichtslose Figuren kreiert - die perfekte Schönheit ist verschwunden. Für diese Collagen wurde sie mit dem Jugendfotopreis 2016 ausgezeichnet.

"In erster Linie haben mich die Formen und die Farben inspiriert und fasziniert."
Susanne Kontny, Kunststudentin

Susanne blätterte bei einer Freundin einen Stapel alter Frauenmagazine durch, als ihr besonders Werbeanzeigen mit weiblichen Models auffielen. Diese inspirierten sie zu Foto-Collagen. Damit hatte die Kunststudentin schon früher experimentiert.

"Und dann ist mir aufgefallen, dass einfach jedes Produkt - egal ob Handtasche oder Fleischwurst - mit einer nackten oder halbnackten, makellosen und perfekten Frau beworben wird."
Susanne Kontny, Kunststudentin

Ihr ist aufgefallen, dass sich die Bilder alle ähneln, dass die Frauen nicht nur nackt oder halbnackt, sondern auch makellos waren. In Susanne entstand der Wunsch, diese Frauenbilder zu zerschneiden. Die Einzelteile hat sie spielerisch neu arrangiert. Herausgekommen sind Collagen mit gesichtslosen Körpern. Der Grund für die Collagen war nicht, ein Statement zum Thema Sexismus abzugeben, sagt Susanne: "Ich freue mich, wenn das zum Nachdenken anregt, und wenn Leute daraus irgendetwas mitnehmen können."