Forscher haben in einer Studie Erstaunliches über das Sexualhormon Testosteron herausgefunden. Männer macht das Sexualhormon aggressiv, aber auch großzügig. Frauen werden dadurch eher ruhiger.

In einer Studie zur Hirnaktivität bei Bedrohungssignalen an der Uni Lübeck haben Wissenschaftler entdeckt, dass Frauen mit einer hohen Konzentration von Testosteron im Körper ruhiger reagieren als andere Frauen - bei Männern passiert ziemlich genau das Gegenteil.

Um das nachzuprüfen, wurde eine bedrohliche Situation simuliert: Rund vierzig Teilnehmerinnen wurde eine andere Person als Gegner gegenübergestellt, die sie provozieren sollte.

Während der Tests wurde im Magnetresonanztomografen beobachtet, was die Amygdala - das Gefühlszentrum im Hirn - der Frauen so macht. Diese Gehirnregion steuert die Wut. Währenddessen wurde die Testosteron-Konzentration im Speichel gemessen.

Das Ergebnis: Frauen mit viel Testosteron im Speichel, waren entspannter und reagierten gelassener auf die Provokationen. Diese Reaktion spiegelte sich auch im Gehirn wider: Bei den entspannten Frauen ist weniger in der Amygdala, sozusagen im Wutzentrum, passiert.

Bei Frauen, die aggressiv auf die Provokation reagiert haben, war die Amygdala besonders aktiv. Bei diesen Frauen war auch ein geringerer Testosteron-Level gemessen worden.

Die Erklärung der Forscher von der Uni Lübeck: Testosteron lässt Frauen klüger im sozialen Umfeld agieren. Sie vermeiden Konfrontationen dann eher dadurch, dass sie freundlicher zu anderen sind und nicht direkt zurückschlagen - was man dann wiederum als Konfliktlösungsstrategie bezeichnen könnte. Bei Männern wird eine solche auch ausgelöst, allerdings sieht die etwas anders aus.