Peking hat ein fieses Smog-Problem. Jetzt hat die Stadt einen sieben Meter hohen Feinstaubsauger, der die Luft reinigen soll. Der "Smog Free Tower" sieht aus wie eine Science-Fiction-Windmühle.

Oben saugt er die schlechte Luft an, unten kommt die gute Luft raus. Im Prinzip funktioniert der Smog Free Tower wie ein Luftreinigungsgerät, wie es sie zum Beispiel in Operationsräumen im Krankenhaus gibt. Nur ist der Turm in Peking eben ein gutes Stück größer. Jetzt steht dieser größte Feinstaubsauger der Welt erstmal in einem Pekinger Künstlerviertel.

"Eine Turnhalle kann man damit vielleicht reinigen, aber keine ganze Stadt."
Axel Dorloff, China-Korrespondent

Ein Smog Free Tower soll die Luft in kleineren Parks reinigen können, sagt der niederländische Künstler Daan Roosegaarde, der sich den Sauger ausgedacht hat. So soll er etwa 30.000 Kubikmeter saubere Luft pro Stunde erzeugen.

Unser Korrespondent in China Axel Dorloff ist da eher skeptisch: "Unter freiem Himmel bringt so eine einzelne Anlage zumindest in der Fläche wenig bis gar nichts." Peking hat schließlich auch einen Feinstaubindex, der 20 Mal so hoch ist wie der Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation.

Wollten die Pekinger ihre Stadt ganz sauber bekommen, müssten sie viele Smog Free Tower aufstellen. "Das würde mich aber gar nicht wundern, wenn irgendwann neben jeder Straßenlaterne auch ein Feinstaubsauger stünde", sagt Axel.

Der Smog ist ein ernstes Gesundheitsproblem: Der feine Schmutz dringt in die Lunge und den Blutkreislauf ein, Entzündungen, Herzstörungen und Thrombosen können die Folgen sein.

Schmuck aus Feinstaub

Für Daan Roosegaarde ist der Turm vor allem ein Kunstprojekt, mit dem er für Aufmerksamkeit sorgen will: Mehr Menschen sollen sich engagieren, ihre Stadt sauberer zu bekommen. Außerdem produziert Daan Roosegarde Schmuck aus dem Luftdreck: Er lässt ihn in kleine Glaskuben pressen und verarbeitet sie zu Schmuck. Pekings Bürgermeister hat bereits Manschettenknöpfe aus Feinstaub getragen.