Karriere oder Kinder? Facebook und Apple wollen ihren Mitarbeiterinnen beides ermöglichen. Indem sie ihnen das Einfrieren von Eizellen bezahlen. Dann können die Frauen erst Karriere machen und später Kinder bekommen. Bleibt die Frage: Was geht den Arbeitgeber die Familienplanung an?

Mit bis zu 20.000 US-Dollar pro Mitarbeiterin wollen Facebook und Apple ihre Mitarbeiterinnen beim Socialfreezing unterstützen. Damit wollen sie den Druck von Frauen nehmen, die in dem Lebensjahrzehnt zwischen 30 und 40 Karriere machen wollen und Kinder haben möchten. Weil die Fruchtbarkeit ab Mitte 30 rasant abnimmt, geben sie ihren Mitarbeiterinnen die Möglichkeit Eizellen einfrieren zu lassen. Dann können die Frauen auch mit über 40 noch Mütter werden.

Klingt erstmal nach einer guten Idee. Aber viele deutsche Zeitungen, Magazine und Blogs kritisieren das Vorgehen der beiden Unternehmen. Sie finden Facebook und Apple gehen zu weit.

Contra

  • Zeit Online kritisiert, dass die Unternehmen alles dem Konsum unterordnen - sogar die Familienplanung.
  • Sueddeutsche.de hat das Thema zum User-Kommentarthema gemacht. Ein User schreibt: "Das Motto scheint zu sein: Bringt jetzt eure Leistung und macht Karriere, so lange ihr jung und dazu in der Lage seid. Haltet euch in dieser wertvollen Zeit eures Lebens nicht mit Schwangerschaften und ähnlichem Gedöns auf."
  • Bei der New York Times geht ein User auf die Erfolgschance künstlicher Befruchtung ein: "Wenn das Einfrieren von Eizellen unsere einzige Lösung ist, dann werden viele Frauen letztlich zu ihrem Leidwesen nicht in der Lage sein, Kinder zu gebähren."
  • Der Guardian wirft den beiden Unternehmen vor, sie würden noch in der Steinzeit leben: "(...) breaking employees down to discrete biological functions, trying to control each one that we might work better, harder, more consistently."

Pro

Es gibt aber auch Stimmen, die die Pläne von Google und Facebook gut finden.

  • Theresa Bücker schreibt bei Edition F: "Unternehmen schaffen auf diese Art mehr Wahlfreiheit für (...) Frauen (...)."
  • Ähnlich argumentiert Thorsten Firlus-Emmrich auf wiwo.de: "Die Unternehmen setzen auf weibliche Mitarbeiter und wollen sie halten. Es gibt schlimmere Signale für Frauen in der Arbeitswelt."

Was Facebook und Apple noch für Familien tun

Es ist übrigens nicht so, dass Facebook und Apple nur Frauen belohnen, die später Kinder bekommen, schreibt welt.de. In den USA gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Mutterschutz oder Elternzeit:

"Apple und Facebook haben sogar Betriebskindergärten. Facebook gewährt Müttern und Vätern vier Monate bezahlte Elternzeit und schenkt ihnen 4000 Dollar Kindergeld. Bei Apple bekommen Mütter 18 Wochen bezahlte Elternzeit, Väter erhalten immerhin sechs Wochen."