Es ist das erste Mal, dass gesicherte Erkenntnisse über Analphabetismus in Deutschland bekannt sind. Das Ergebnis: Es gibt fast zweimal mehr funktionale Analphabeten als man bisher gedacht hatte. Verantwortlich dafür ist eine Studie der Uni Hamburg. Unsere Statistikerin Katharina Schüller hat sie für uns unter die Lupe genommen.

Die Studie heißt Leo: level-one-studie. Sie besagt, dass 7,5 Millionen Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können, was gleichzusetzen ist mit 14,5 Prozent der deutschen Bevölkerung. Die Zahl bezieht sich auf erwerbsfähige menschen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren.

Scham spielt eine große Rolle

Die Meisten haben trotzdem eine Schulbildung und können einzelne Wörter und Sätze lesen. Sie sind nicht behindert oder erkrankt. Wenn sie dann im Alltag einigermaßen durchkommen und keine gesundheitliche "Entschuldigung" für den Analphabetismus haben, ist es oft die Scham, die sie daran hindert, ihre Schwäche zu zugeben und die Alphabetisierung später noch nachzuholen.

Frankreich schneidet besser ab

Im Vergleich mit Frankreich schneidet Deutschland damit wesentlich schlechter ab. In Frankreich sind es nämlich nur neun Prozent der Bevölkerung, die Probleme mit dem Schreiben haben oder keine zusammenhängenden Texte lesen können.

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