Schweden will etwas gegen die Wegwerfgesellschaft unternehmen: Die Reparaturen von Waschmaschinen, Fahrrädern und Co. sollen sich wieder lohnen. Denn: Wer mehr Handwerker kommen lässt, anstatt eine neue Waschmaschine aus China zu kaufen, kurbelt auch die heimische Wirtschaft an.

Ausgedacht hat sich diesen Plan das Verbraucherministerium: Die Mehrwertsteuer auf Reparaturen von Fahrrädern, Kleidung oder Schuhen wird um die Hälfte gesenkt, und die Kosten können die Schweden komplett von ihrer eigenen Einkommenssteuer absetzen. Geschätzte 50 Millionen Euro im Jahr lässt sich die schwedische Regierung ihre Steuererleichterungen kosten, dafür werden Besuche vom Handwerker günstiger. Statt den ollen Kühlschrank wegzuwerfen und einen neuen zu kaufen, soll sich so die Reparatur wieder lohnen.

Sorge um schwedische Wirtschaft

Es gibt allerdings auch kritische Stimmen. Wenn mehr Gegenstände repariert und nicht neu gekauft werden, könnte auch die heimische Wirtschaft darunter leiden. Schließlich werden neue Produkte nicht nur aus China geordert, es gibt auch schwedische Unternehmen die zum Beispiel Fahrräder bauen.

"In Schweden gibt es zwar eine rot-grüne Minderheitsregierung, aber der Plan wird trotzdem durchkommen. Die Idee ist schließlich absolut vernünftig."
Carsten Schmiester, ARD-Korrespondent in Schweden

Das Land ist ziemlich weit vorne, wenn es um Recycling geht. So gibt es im Land etwa riesige Recyclingstationen. "Die sind wirklich toll, da kann man alles loswerden", sagt Carsten Schmiester, ARD-Korrespondent in Schweden. Da wird sogar zwischen Pappverpackungen und Zeitungen unterschieden. Die Angebote sind also da. Aber natürlich schmeißen die Schweden ihren Kram oft auch einfach so in den Müll.

Schweden plant auch eine Chemikaliensteuer

Schweden plant bereits weitere ökologisch sinnvolle Steuern: So soll es bald eine Chemikaliensteuer geben, die wird erhoben auf Geräte, in denen schwierig zu entsorgende Stoffe verarbeitet sind. Dazu gehören zum Beispiel Kühlschränke, Computer, Akkus und so weiter. Die Regierung verspricht sich 200 Millionen Euro jährlich davon - und dieses Geld soll wieder in grüne Projekte gesteckt werden.