Eine Spinne krabbelt über den Tisch. Ekelhaft, meinen die einen und beschreiben sie als riesengroß. Die anderen finden sie eher klein und fangen sie einfach ein. Eine Studie hat untersucht, warum unterschiedliche Menschen, ein und dieselbe Spinne unterschiedlich wahrnehmen.

Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität in Israel haben herausgefunden, dass es tatsächlich Wahrnehmungsunterschiede gibt zwischen Leuten, die Angst vor Spinnen haben und denen, für die Spinnen kein Problem sind. Rund 30 weibliche Probanden hatten sich dazu Bilder von Spinnen angesehen. Danach mussten sie einordnen, wie groß die Tiere sind. Zum Vergleich zeigten die Forscher ihnen verschiedene Größenskalen mit anderen Tieren: von einer Fliege über einen Schmetterling und Vogel bis hin zu einem Lamm.

Angst lässt Spinnen größer wirken

Etwa die Hälfte der Teilnehmerinnen hat Angst vor Spinnen - und überschätzte deren Größe extrem. Warum die Menschen mit Phobie die Tiere als größer wahrnehmen, geht aus der Studie nicht hervor. Die Forscher wissen noch nicht, was zuerst da ist: Ob wir Angst vor der Spinne haben und sie deshalb als riesig empfinden oder ob wir eine riesige Spinne sehen und deshalb Angst haben.

Die Forscher der Spinnen-Studie glauben, dass es ein wichtiger Faktor ist, ob das Objekt uns emotional bewegt. Bei ähnlichem Test mit Wespen wurden die Tiere nämlich nicht größer wahrgenommen. Die Teilnehmerinnen fanden diese zwar unangenehm, hatten aber keine Angst vor ihnen.

"Wenn du keine Angst vor Spinnen hast und denkst: Die stellt sich aber an. Dann musst du dir vielleicht vor Augen führen, dass die Spinne in deinem Kopf auch viel kleiner ist, als im Kopf von deinem Gegenüber"
Anna Kohn aus der DRadio-Wissen-Nachrichtenredaktion