Der Körper braucht Proteine für die Muskeln. Ob das Eiweiß tierisch oder pflanzlich ist - das spielt laut einer Studie der University of Massachusetts keine große Rolle.

Hühnchen, Fisch oder mageres Steak - viele Sportler nehmen ganz gezielt Eiweiß zu sich, also Proteine, um Muskeln aufzubauen. Auch wenn wir keine Megasportler sind, brauchen unsere Muskeln Proteine. Eine Studie sagt jetzt, dass Vegetarier keine Nachteile haben, wenn sie ihr Eiweiß - anstatt aus Fisch oder Fleisch - aus Linsen oder Tofu beziehen.

"Entscheidend ist, dass du ausreichend Eiweiß zu dir nimmst, die Quellen scheinen nicht so ins Gewicht zu fallen."
DRadio-Wissen-Reporterin Tina Kießling

In der Langzeitstudie der Uni Massachusetts wurden die Muskeln verschiedener Menschen genauer untersucht. Die Teilnehmer wurden dafür in verschiedene Ernährungskategorien eingeteilt. Je nachdem, was sie am meisten gegessen haben. Im Ergebnis hatten die Wissenschaftler mit Unterschieden der Muskeln gerechnet. Die gab es aber nicht: Mehr Proteine führen nur zu mehr Muskelzuwachs. Egal ob sie von Fleisch, Milch oder Bohnen kamen.

Die Teilnehmer wurden gefragt, wie viele Proteine sie zu sich nehmen, und aus welchen Quellen sie hauptsächlich kommen. 3.000 Probanden wurden dann in sechs Ernährungsgruppen unterteilt: Fast Food und fettiges Essen, dann Fisch, rotes Fleisch, Hühnchen, Milch und Gemüse.

Qualität von Proteinen

Zur Qualität von Proteinen in der Ernährung gab es bereits Untersuchungen. Dabei ging es um die biologische Wertigkeit von Proteinen. Diese ergibt sich daraus, wie gut ein Körper sie in eigene Proteine umbauen kann - zum Beispiel beim Muskelaufbau. Es gibt Bausteine in Proteinen, die unser Körper braucht und die hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln vorkommen. Wenn die gestrichen werden, müssen sie woanders herkommen. Die Studie zeigt jetzt, dass der Körper es immer schafft, Muskelmasse aufzubauen, egal, mit welcher Art von Proteinen er gefüttert wird.

Langzeitstudien aus Framingham

Ein Unsicherheitsfaktor bei Ernährungsstudien ist allerdings, wenn die Menschen - wie auch die Teilnehmer dieser Studie - in größeren Abständen nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt werden, in diesem Fall alle zwei Jahre, und dann rückwirkend angeben müssen, was sie gegessen haben. Diese Angaben können fehlerhaft sein. Die Einwohner der US-Kleinstadt Framingham, von denen auch die Daten zu dieser Studie stammen, sind mit Langzeitstudien allerdings ziemlich vertraut. Seit den 1950ern werden Menschen hier regelmäßig untersucht und befragt.