Stipendien bekommen nur Streber oder Hochbegabte? Von wegen! Wir stellen euch skurrile Stipendien vor: vom Anti-Streber-Stipendium bis zum Förderprogramm für Kamelforscher.

In den Semesterferien arbeiten, um sich das nächste Semester zu finanzieren? Wir haben da was Besseres für euch: Bewerbt euch doch auf ein Stipendium! Dafür müsst ihr nicht mal unbedingt überdurchschnittlich gute Noten haben, sagt DRadio-Wissen-Autorin Anna Kohn. Sie hat zum Beispiel eine Art "Anti-Streber-Stipendium" für euch ausgegraben, das die Zeppelin-Universität in Friedrichshafen vergibt: "Das richtet sich explizit auch an Leute, die ihr Studium oder ihre Ausbildung abgebrochen haben, sitzen geblieben sind oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche haben."

Stipendien für Exoten

Je nachdem, was eure Eltern so machen, hat Anna ebenfalls diverse interessante Stipendien für euch recherchiert. In Bayern etwa gibt es ein Stipendium nur für Töchter bayerischer Beamter: Immerhin 300 Euro pro Semester zahlt die Emilie-Prozersche-Stiftung diesen Töchtern, für maximal drei Jahre. Arbeitet ein Elternteil bei der Deutschen Bahn, habt ihr Chancen auf ein Stipendium der Regierungsrat-Paul-Meyer-Stiftung, sagt Anna Kohn: "Am besten ist es, wenn ihr selbst nach dem Studium auch bei der Deutschen Bahn anfangen wollt - dann zahlt die Stiftung nämlich auch die Studiengebühren für ein Studium aus dem technischen oder kaufmännischen Bereich."

"Wenn ihr über Haustieryaks oder doppelhöckrige Bergkamele forscht, solltet ihr euch bei der Yak-Kamel-Stiftung bewerben - die vergibt Stipendien extra für Kamelforscher."
DRadio-Wissen-Autorin Anna Kohn

Für Deutsche, die in den USA studieren wollen, vergibt das American Institute for Foreign Study ein "Entschleunigungsstipendium": Ein Semester am Golden West College in Kalifornien wird euch bezahlt, wenn ihr euch mit besonders kreativen Lösungen für Stressabbau habt. Aber auch ein exotisches Studienfach kann eine gute Voraussetzung dafür sein, ein Stipendium abzugreifen - Anna Kohn ist zum Beispiel auf ein Stipendium für Kamelforscher gestoßen. Der Vorteil hierbei: Es gibt wahrscheinlich nicht so viele Mitbewerber.

Viele Stiftungen - viele Chancen

Generell sind die Chancen auf ein Stipendium in Deutschland gar nicht so schlecht - es kommt allerdings darauf an, wo ihr euch bewerbt, sagt Anna Kohn: "Bei den bekannten Begabtenförderwerken wie der Friedrich-Ebert-Stiftung oder der Studienstiftung des Deutschen Volkes ist die Konkurrenz sehr groß, weil es sehr viele Bewerber gibt." Daneben gibt es aber auch sehr viele eher unbekannte Stiftungen, die Stipendien vergeben.

"Es gibt über 2000 Stipendienwerke in Deutschland und gerade die kleineren beklagen sich sogar darüber, dass sie keine passenden Stipendiaten finden."
DRadio-Wissen-Autorin Anna Kohn

Kleinere Stiftungen klagen immer mal wieder über zu wenige Bewerber. Laut Allensbach-Studie von 2010 gehen rund 90 Prozent aller Bewerbungen bei weniger als einem Prozent der Stiftungen ein. Also: Einfach mal im Netz gucken, was es alles für Stiftungen und Bewerbungsmöglichkeiten gibt.


Mehr Stipendien im Netz: