Noch machen die Zigaretten-Konzerne richtig fette Gewinne. Aber Gauloises will die Produktion in Frankreich einstellen und Tabak-Riese Philip Morris kündigt das Ende der Zigarette an. Die Zigarettenindustrie ist im Wandel.

Ekelbilder auf Zigarettenschachteln warnen vor den Folgen des Rauchens. Dank hoher Steuern ist eine Zigarettenschachtel inzwischen ziemlich teuer geworden. Die Gegner der Tabakindustrie sprechen schon vom "Endgame der Zigarette". "Ich glaube, dass schon bald der Zeitpunkt kommen wird, an dem wir das Ende der Zigaretten-Ära einläuten werden", so Philip-Morris-Chef André Calantzopoulos. Muss man sich Sorgen machen um das Geschäft mit dem gesundheitsschädlichen blauen Dunst?

Zigaretten gibt es noch mindestens 20 Jahre

Der Wirtschaftswissenschaftler Tobias Effertz gibt erstmal Entwarnung für die Konzerne: Jahresabschlüsse, Gewinne und Prognosen seien weiterhin super. "Wir können die nächsten 20 bis 30 Jahre in Deutschland durchaus noch mit der Tabakzigarette in erheblichen Umfang rechnen", sagt Effertz. Trotzdem seien die Unternehmen bereits jetzt damit beschäftigt, sich gut für die Zukunft aufzustellen und tüfteln an E-Zigaretten - und wie sie mit ihr auch neue Kunden gewinnen können.

"Die Tabakindustrie setzt auf den weiteren Nikotinmarkt. Der soll zusätzlich zu der Tabak-Zigarette entstehen. So hat die Industrie weiterhin abhängige Nikotin-Konsumenten."
Tobias Effertz, Wirtschaftswissenschaftler Uni Hamburg

Staatliche Regelungen dämmen das Rauchen ein, die Ekelbilder und vor allem die Steuern zeigen Wirkung. Wenn es ans Geld geht, überlegen sich Raucher mehrmals, ob und wie intensiv sie zum Glimmstengel greifen. Die letzten Tabaksteuererhöhgungen seien aus Sicht der Industrie moderat gewesen, sagt Tobias Effertz: "Das hat überhaupt nichts gebracht."

Tabaksteuer: Kein gutes Geschäft für den Staat

75 Prozent vom Preis einer Schachtel Zigaretten gehen für die Steuern drauf, trotzdem ist der ökonomische Nutzen für den Staat nicht vorhanden. "Wir haben jedes Jahr 79 Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Verlusten durch das Rauchen in Deutschland", erklärt Tobis Effertz. Durch die Tabaksteuer werden aber nur 14 Milliarden Euro eingenommen. Der Wissenschaftler rechnet vor:
Würde man alle Schäden des Tabakrauchens in einer Tabakpackung einpreisen, läge der Preis bei etwa 11,30 Euro.