Philipp Christov will ein Haus für Flüchtlinge ertauschen. Angefangen hat er mit seinem Dosentelefon. Über einen Rucksack und ein Auto hat er sich bis zu einem üppigen Gutschein hochgetauscht. Im Winter soll das Haus stehen.

Eigentlich ist es ein uraltes Kinderspiel: Man beginnt mit einem Apfel und einem Ei, zieht los und versucht diese beiden - wenig wertvollen Gegenstände gegen hochwertigere Dinge einzutauschen. Jedes Mal ein bisschen mehr. In der Regel endet man dann mit einer Gießkanne oder irgendwelchem Plunder, den keiner mehr braucht. Aber: Das, was der eine nicht mehr braucht, kann für andere doch sehr wertvoll sein. Und so funktioniert es.

Das Apfel-und-Ei-Spiel

Philipp Christov lebt in München und hat mit diesem Spiel im Stadtteil Schwabing angefangen. Nicht mit Apfel und Ei, sondern mit einem gebastelten Dosentelefon. Das hat er gegen ein Babyhandyprintset eingetauscht. Das konnte ein Friseur gebrauchen, der einen Gutschein im Wert von 70 Euro springen ließ. Zuletzt tauschte Philipp Christov einen Rucksack gegen ein Auto. Und aus dem Smart ist ein Eventgutschein für 10.000 Euro geworden.

"Aktuell habe ich eine Firmenfeier ertauscht - plus Buffet."

Was die Tauschgegenstände angeht, ist er ziemlich offen. Hauptsache, es ist eine Steigerung. In den Semesterferien hatte der BWL-Student die Idee. "Ich dachte: Hey, machste mal ein Projekt, denn das mit dem Helfen ist mir ziemlich wichtig", erklärt er. Am Anfang ist er mit seinem Dosentelefon durch die Straßen gelaufen - und ins Fitnessstudio. "Für mich war das schon ein bisschen Comedy", erinnert er sich. Das Dosentelefon hatte er übrigens mal gebastelt, um mit seiner Nachbarin zu sprechen.

Auch #dasDosentelefon kommt nicht um die Klausurenphase vorbei...Aber es gibt tolle Neuigkeiten- in wenigen Tagen erfahrt ihr mehr!

Posted by DasDosentelefon on Mittwoch, 17. Februar 2016

Wie lange es noch dauert, bis das Haus für Flüchtlinge steht, kann Philipp Christov nur schwer einschätzen. Er findet, die Stimmung ist in Deutschland seit der Silvesternacht ziemlich gekippt. Bis zum Winter möchte er das Projekt trotzdem realisieren. Dass sein Plan wirklich aufgeht, ist gut möglich. Im Jahr 2008 hatte ein Kanadier dasselbe Spiel gespielt. Am Ende war aus einer Büroklammer ein Haus geworden. Das, was man bei diesem Spiel braucht, ist ein bisschen Glück und vor allem Geduld.

"Manche denken: Ist der Typ ein Spinner, oder was ist hier los. Andere Fragen: Warum machst du das überhaupt."