Bloß nicht schwanger werden! Was nach einem eher menschlichen Thema klingt, ist durchaus auch ein tierisches. Viele Arten kennen Formen der Geburtenkontrolle - von ziemlich brutalen wie das Töten von Jungtieren bis sanfte mit pflanzlichen Verhütungsmitteln.

Die beste Verhütungsmethoden haben Anubispaviane entdeckt. Die Weibchen fressen die schwarze Beere der Pflanze Vitex donaiana, um erst gar nicht schwanger zu werden. Die Früchten hemmen den Hormonzyklus und wirken wie eine "natürliche Antibabypille". Gleichzeitig verhindern die Wirkstoffe der Pflanze, dass der Genitalbereich der Weibchen anschwillt - das Zeichen für Paarungsbereitschaft. Somit sehen sie also für ihre männlichen Artgenossen weniger sexy aus.

Blutige Geburtenkontrolle

Am brutalsten gehen die Zebramangusten bei der Geburtenkontrolle vor. Das sind etwa wieselgroße Raubtiere, die im südlichen und zentralen Afrika verbreitet sind. Eigentlich haben die Tiere, die in Gruppen bis zu 20 Tieren leben, ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Doch unter den Weibchen gibt es schon mal Stress. Die dominanten Weibchen neigen dazu, die Nachkommen der jüngeren zu töten, um die Überlebenschancen ihrer eigenen Nachkommen zu erhöhen. Die jüngeren Zebramangusten-Weibchen können ihren Nachwuchs dadurch schützen, indem sie ihre Niederkunft synchronisieren - also zeitgleich mit den älteren Weibchen werfen. Die können dann nämlich nicht mehr unterscheiden, ob sie die fremden Jungen oder ihre eigenen töten würden.

Repressive Methoden

Neben dieser grausamen Methode der Zebramangusten gibt es weniger blutige. Wie bei den Nacktmullen - die ist dafür ziemlich undemokratisch. Die Nacktmulle sind die einzigen Säugetiere, die wie Ameisen oder Bienen einen Staat bilden. Über den Staat herrscht die Nacktmullenkönigin mit eiserner Hand. Sie sorgt dafür, dass alle außer ihr unfruchtbar sind. Das erreicht sie, indem sie ziemlich repressiv vorgeht:

"Sie setzt einfach alle anderen Nacktmulle durch brutale Schikane, durch Beißen, Kratzen, Bedrängen derart unter Stress, dass denen jegliche Lust auf Sex vergeht."
Mario Ludwig, Tierexperte

Ihr eigenen Nachkommen erzieht die Nacktmullkönigin zu ihren Bediensteten und Arbeitern. Stirbt die Königin, erlangen die Weibchen ihre Fruchtbarkeit zurück. Unter ihnen bricht dann der Kampf um die Herrschaft aus. Wer zuerst Nachkommen gebiert, hat gewonnen.

Föten-Rückbildung

Etwas friedlicher gehen Ratten vor. Sobald die Weibchen merken, dass das Nahrungsmittelangebot knapp wird, bilden sich bereits entwickelte Föten wieder zurück und werden resorbiert. Sobald wieder ausreichend Nahrung vorhanden ist, wird der Fötus reaktiviert und ausgetragen.