Der Bart muss ab, die Krawatten müssen spannender sein und eine neue Brille muss her. Starfriseur Udo Walz hat Martin Schulz von der SPD einfach mal ungefragt ein paar Style-Tipps gegeben. Aber ist das wirklich alles so dringend notwendig, wenn man Kanzler werden will?

Martin Schulz rettet gerade so ein bisschen die SPD, haben viele den Eindruck. Noch besser würde das klappen, wenn der Bart ab wäre. Das glaubt zumindest Udo Waltz: "Weil das jünger aussieht, gepflegter. Das würde ihm helfen." Der Politikberater Axel Wallrabenstein sieht das sehr anders.

"Schulz sollte so bleiben, wie er ist. Es spielt keine große Rolle, ob jemand einen Bart trägt oder nicht. Gepflegt sollte er aber aussehen, klar."

Er sei selbst Bartträger, deshalb sei er da leicht befangen, sagt Wallrabenstein. Aber ob Bart oder nicht: Sieben Monate vor der Bundestagswahl halte er es für relativ absurd, wenn sich der SPD-Kanzlerkandidat nun noch mal großartig verändern würde. Schulz sei ja auch noch ein relativ unbeschriebenes Blatt und in Deutschland noch nicht so bekannt.

"Es gibt diesen Hype ums Outfit immer bei neuen Kandidaten."
Axel Wallrabenstein, Politikberater

Auch bei Peer Steinbrück sei es 2012 um die Style-Frage gegangen: Sieht Steinbrück zu sehr wie ein Steuerberater aus? Wenn man sich die Veränderung von Politikern über die Jahre anschaue, dann sehe man, dass das nicht von heute auf morgen gehe.

"Es gibt keine Veränderungs-Revolution, sondern eine Veränderungs-Evolution."
Axel Wallrabenstein, Politikberater

Am besten sei es, wenn man die Veränderungen bei den Politikern gar nicht wahrnehme. Dann seien sie perfekt. In Deutschland sei das Outfit eines Spitzenpolitikers auch nicht so entscheidend wie in anderen Ländern, sagt der Experte. Gerade in Ländern wie Frankreich oder Italien spiele das eine Rolle: "Die Deutschen sind beim Outfit eher auf Ehrlichkeit und Bescheidenheit aus. Und das wollen sie auch bei den Kandidaten sehen."

Bitte ganz normale Menschen

Die Deutschen wollten ihre Politiker möglichst so normal haben, wie sie selbst sind. Das habe man bei vielen Kanzlern gesehen, nicht zuletzt bei Angela Merkel, die etwa im normalen Freizeit-Outfit im Drei-Sterne-Hotel Urlaub mache.