Unschlagbar günstig, ein bisschen aufregend und ziemlich unvorhersehbar: Trampen geht nicht nur auf Kurzstrecken, sondern auch zu Lande, zu Wasser und… Zumindest mit ersten beiden Transportwegen hat Tramper-Profi Timo Peters weltweit Erfahrung gemacht.

Angefangen hat Timos Tramperleidenschaft ganz harmlos zu Schulzeiten. Er wollte die letzte Band auf dem Hurricane-Festival sehen, seine Freunde hatten sich schon früher aufgemacht. Und sein erstes Mal war direkt eine filmreife Erfahrung: "Zuerst hat mich ein bunt bemalter Hippiebulli mitgenommen, dann ein fetter Porsche." Klar, dass er danach angefixt war von dieser Art zu reisen.

Omis, Porsche, Segelboote

Das waren aber längst nicht die außergewöhnlichsten Mitfahrgelegenheiten: "Ob 80-jährige Omi oder Geschäftsmann: Es nimmt einen eigentlich jeder mit“, sagt Timo. Auch auf einen Traktor ist er schon aufgesprungen und hat häufiger auf Segelbooten angeheuert. So hat er sich beispielsweise schon per Daumen von Deutschland nach Brasilien durchgeschlagen: Zuerst ging es regulär über Land bis nach Gibraltar und von dort weiter im Sportboothafen.

"Der Hauptgrund, warum die Leute mich mitnehmen: Sie wollen gerne quatschen."
Timo Peters

Auch als Mitsegler kann man nämlich von Insel zu Insel hüpfen. Anders als beim Autofahren brauchen Segler manchmal eben noch eine Crew an Bord. An den Hotspots hat man die besten Chancen mitgenommen zu werden. Das sind die Startpunkte nach Übersee beispielsweise oder dort, wo sich Segelboote treffen, um zwischendurch Proviant zu kaufen. Praktisch (aber kein Muss) ist es, wenn man hier Know-how mitbringt. Timo ist passionierter Segler.

Timo Peters auf einem Segelboot.
© Timo Peters

Etwas besser miteinander auskommen sollte man auf hoher See schon. Bis zu 16 Tage am Stück hat Timo schon auf dem Boot verbracht - ohne Land in Sicht. Einfach aussteigen ist da nicht. Gut, wenn man hier richtig viele Geschichten auf Lager hat. "Mein Job ist zu unterhalten", sagt Timo. Und auf dem Boot auch mal mitanzupacken. Der Einsatz lohnt sich: Seine viermonatige Reise über den Atlantik hat ihn keine 3000 Euro gekostet.

"Man kann eigentlich überall trampen."
Timo Peters

Von Diskussionen, in welchen Ländern, es sich besser oder schlechter trampen lässt, hält Timo sich fern. Seine Erfahrung: "Am Ende ist es einfach Glückssache, wo man gut mitgenommen wird und wo nicht." Allen, die jetzt noch zögern, empfiehlt er: "Man muss sich diesen Schupps geben und sich noch mal sagen: Die meisten Leute sind nett und helfen gerne“. Unter bruderleichtfuss.com gibt er noch mehr Tipps rund ums Reisen, Segeln und Trampen. Zum Beispiel zum Thema Ausrüstung.

Er selbst ist meistens alleine unterwegs. Unbedingt dabei haben sollte jeder Anhalter eine Karte - digital und analog. "Damit man immer weiß, wo man ist", erklärt Timo. Sein Tipp ist die Seite Hitchwiki. Ohnehin ist das Handy beim Trampen essenziell. Vor jeder Reise packt er den Speicher voll mit Musik, Podcasts und Hörbüchern - wenn er mal wieder ein paar Stunden warten muss, bis ihn jemand mitnimmt.