Das Ziel: Länger gut leben. Der Ansatz: Lebensqualität steigern, denn das fördert die Gesundheit. Nur wie machen? In der Stadt Gaggenau wird genau das jetzt ein Jahr lang untersucht.

Joachim Fischer, Medizinprofessor an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg, möchte, dass wir länger gut leben. Der Weg, der erfolgsversprechend ist: Lebensqualität eines jeden erhöhen. "Wenn ich dafür eine Tablette in der Apotheke verkaufen könnte, wäre ich bald wahrscheinlich Milliardär, doch so einfach ist es nicht", sagt Fischer.

Es kann nur anders gehen: Mit den Menschen zusammen Konzepte erarbeiten, zum Beispiel wie die Arbeit am Arbeitsplatz angenehm wird oder wie alte, vielleicht einsame Menschen eine Sinn und Freude stiftende Aufgabe bekommen oder wie Kinder sich mehr an der frischen Luft bewegen.

"Wir haben in der Medizin lange unterschätzt, welchen enormen Hebel die Lebensqualität auf die Gesundheit hat."
Joachim Fischer

In Gaggenau, einer Stadt mit 30.000 Einwohnern, soll das alles jetzt ein Jahr untersucht werden. Die Untersuchung umfasst viele Einzelfragen, etwa zum sozialen Umfeld, Bildungseinrichtungen, Infrastruktur. Am Ende aber geht es ums große Ganze: Welche Umstände ermöglichen ein möglichst langes und gutes Leben?

Das Problem dabei: Man weiß zwar viel darüber, was gesund ist und macht, doch vieles davon klingt mehr wie ein unattraktiver Appell à la "Du musst viel Gemüse essen und viel Sport machen".

"Wie können wir etablieren, dass Kinder jeden Tag, egal bei welchem Wetter, eine Stunde rausgehen?"
Joachim Fischer

Das war auch eine Befürchtung des Gemeinderates von Gaggenau: "Die wollen uns vorschreiben, wie wir zu leben haben." Joachim Fischer sagt: Die Ideen müssen aus Gaggenau selbst kommen, die Wissenschaft begleitet das Ganze. Vor allem geht es darum, zu dokumentieren und Ergebnisse messbar zu machen.