Schon während seiner Ausbildung im Polizeidienst ist Marco Löw durch sein rhetorisches Geschick bei Vernehmungen aufgefallen. Nach mehr als 5000 Verhören hat er inzwischen ein eigenes und äußerst effizientes Befragungssystem entwickelt.

Marco Löw hat gewissermaßen eine Spürnase für Lügengeschichten. Sein selbst entwickeltes Befragungssystem vermarktet der Verhörexperte inzwischen, vor Kurzem hat er das Buch "Du machst mir nichts vor" veröffentlicht. Darin erklärt er, wie man schon durch einfache Beobachtungen schnell feststellen kann, ob jemand lügt. Erstes Indiz sei, wenn der Befragte sehr lange oder sehr schnell auf eine Frage antworte. Ist die Antwort zu schnell, sei sie zurechtgelegt, denn der Befragte hat nicht über die Frage nachgedacht. Dauert die Antwort zu lange, deute das darauf hin, dass sich der Befragte eine passende Antwort konstruiert habe, um etwas zu verbergen.

Mit Nebensächlichkeitsfragen entlarven

Grundsätzlich setzt sein Befragungssystem an den kognitiven Gegebenheiten an. Anhand von bestimmten Indikatoren können Denkprozesse des Befragten analysiert werden. Beispielsweise müssen Befragte auf ihr Allgemeinwissen zurückgreifen, wenn sie eine Lüge konstruieren. Wissenslücken werden dann mit Stereotypen ersetzt und diese Lecks fallen auf. Eine weitere Methode Lecks aufzudecken, ist, sogenannte Nebensächlichkeitsfragen zu stellen, um beispielsweise abgesprochene Alibis aufzudecken.

"Die Pokerspieler sind in der Lage die normale Körpersprache zu kontrollieren. Aber nicht umsonst ist es bei Profi-Pokerspieler sehr beliebt, eine Sonnenbrille zu tragen, weil die Pupillenreaktionen nicht manipulierbar sind."
Marco Löw, Verhörexperte

Um eine Lüge komplett aufzudecken, wird auch die Körpersprache des Befragten miteinbezogen. Mimik oder Mikromimik decken die Absicht des Befragten auf. So achtet Marco Löw beispielsweise auf die Pupillenbewegungen, die außerhalb des Bewusstseins gesteuert werden.

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