Kommt endlich die Verhütungsmethode für den Mann? Ein Tischler testet einen Schalter für die Samenleiter. Ist der Schalter an, kommt kein Samen aus. Dafür muss Mann sich allerdings unters Messer legen. Der Schalter wird nämlich in den Hoden eingebaut.

Clemens Bimek hatte die Idee, als er eine Dokumentation im Fernsehen über Verhütungsmethoden sah. Für Männer gibt es die Möglichkeit, sich sterilisieren zu lassen. Das bedeutet, dass sie bei einer Operation ihre Samenleiter durchtrennen lassen - ein Eingriff, der zur dauerhaften Unfruchtbarkeit führt. Es gibt die Möglichkeit, die Samenleiter in einer späteren Operation wieder zusammenzuführen, allerdings ist dabei nicht garantiert, dass der Mann wieder zeugungsfähig ist.

"Die Idee klingt ideal, die Umsetzung ist aber nicht so einfach, wie man sich das vorstellt."
Sabine Kliesch, Urologin an der Uniklinik Münster

Tischlermeister Clemens Bimek wünschte sich eine andere Verhütungsmethode für den Mann: Unter Bimek SLV hat er sie sich patentieren lassen - das Bimek Samenleiterventil. Ein kleines Ventil mit einem Kippschalter, dass sich in den Samenleiter einsetzen lassen soll. Ist der Schalter umgelegt, soll das die Ejakulation verhindern - kein Samenerguss, keine Schwangerschaft. Soweit die Idee. Einen Prototypen gibt es seit 2006, allerdings gibt es außer Clemens Bimek selbst bisher keine Testpersonen.

"Der Samenleiter ist ein sehr feines Organ. Samenfluss und Samenproduktion sind nicht so einfach steuerbar, wie sich das der ein oder andere vielleicht vorstellt."
Sabine Kliesch, Urologin an der Uniklinik Münster

Die Urologin Sabine Kliesch ist skeptisch. Sie sagt: "Das Lumen, da, wo der Samen durchfließt, ist sehr klein und fein. Und es ist schwierig, dazwischen etwas zu befestigen, ohne dass man den Samenleiter beschädigt." Die Urologin sagt auch, dass die Idee für jemanden, der sich viel mit solchen Fragestellungen beschäftige, noch nicht wirklich überzeugend sei. Sie zweifelt auch an der Sicherheit dieser Verhütungsmethode.