Deutsches Gold lagert zu großen Teilen im Ausland. Seit 2013 holt es die Bundesbank in die heimischen Tresore zurück. Das geht schneller als gedacht.

2012 forderte der Bundesrechnungshof die Bundesbank auf, die Goldreserven im Ausland auf Echtheit und Gewicht zu überprüfen. Nach öffentlichem Druck gab sie dann vor vier Jahren das Ziel aus, bis spätestens Ende 2020 mindestens die Hälfte der deutschen Goldreserven zurückzuholen.

"Das Gold gehört zum Volksvermögen."
Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Degussa-Goldhaus

Die Tresore in Frankfurt füllten sich schneller als gedacht. 216 Tonnen Gold waren es allein im vergangenen Jahr. Damit lagern nun 47,9 Prozent des Edelmetalls in der Heimat.

Bis in die Siebziger gab es eine Bindung der Weltwährungen an Gold. In den Fünfzigern und Sechzigern hatte Deutschland, durch starke Exporte, sehr viele Dollars in den Kassen. Die wurden in Gold getauscht und der Einfachheit und sicherheitshalber dann aber direkt in New York gelassen.

"Heute wird jeden Tag auf der Welt viel Gold transportiert. Von den Minen zu den Weiterverarbeitern. Das passiert im Tonnenmaßstab und ist nicht so überraschend."
Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Degussa-Goldhaus

Das Gold ist eine Reserve. Nach der Einführung des Euros hat es zwar nicht mehr so eine große Bedeutung - die D-Mark war direkt durch das Gold gestützt. "Das Gold ist ein Vertrauensbeweis in die deutsche Währung und die deutsche Wirtschaft und ein Stück weit in den Euro - wobei die Europäische Zentralbank eigene Goldreserven hat", erklärt er.

Verschwörung: Das Gold im Ausland gibt es gar nicht

Auf die Frage, warum es so viele Verschwörungstheorien rund um das Gold gibt, meint der Experte, es sei eben ein geheimnisvolles Thema. Wrzesniok-Roßbach ist aber überzeugt davon, dass das Gold da ist - sich von der Anwesenheit mal zu überzeugen, wie Abgeordnete es getan haben sollen, schade aber nichts.

"Man sollte kontrollieren, ob das Gold da ist."
Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Degussa-Goldhaus

Details über den Transport des Bundesgoldes aus New York werden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht, Wolfgang Wrzesniok-Roßbach nimmt aber an, dass es geflogen wurde. Heute sei es unüblich Gold mit dem Schiff zu transportieren: "Schätzungsweise werden ein bis zwei Tonnen transportiert. Mehr nicht, aus Versicherungsgründen."

1000 Tonnen sollen aber weiter in New York bleiben. "Ich hatte schon mit europäischen Zentralbanken zu tun, die lagerten ihre Goldreserven zum Teil in Australien ", das schade nicht, meint Wolfgang Wrzesniok-Roßbach.