Demnächst tritt an einer deutschen Klinik ein elektronischer Arzt seinen Dienst an. Er ist ein Supercomputer und soll seltene Krankheiten besser diagnostizieren als seine menschlichen Kollegen.

IBM hat den Roboter Watson entwickelt. Er heißt wie der erste Präsident und ist ein ziemlich wichtiges Projekt für den Konzern. Viel Geld fließt in seine Weiterentwicklung. Und die beinhaltet immer neue Aufgaben: Für IBM steuert zum Beispiel ganze Werbekampagnen und hilft selbstfahrenden Autos.

Watson hat Spracherkennung und lernt dazu

In der Krebstherapie wird Watson bereits eingesetzt, aber in Zukunft soll er bei der Diagnose seltener Krankheiten helfen. Am Zentrum für unerkannte und seltene Krankheiten der Uni Klinik Marburg soll Watson Patienten helfen, bei denen keiner weiß, was ihnen fehlt. Meistens haben sie diverse Untersuchungen und Therapien hinter sich, aber nichts hat geholfen. Ihre Krankenakten werden dadurch immer dicker und dicker.

"Die Hoffnung ist, dass Watsons auch auf andere Möglichkeiten kommt - und er ist auch immer absolut up to date."
Sophie Stigler aus den DRadio-Wissensnachrichten

Um eine Krankheit zu diagnostizieren, müssen Ärzte die richtigen Fragen stellen. Dazu brauchen sie das Vorwissen aus den Krankenakten der Patienten. Das kostet im Zweifel sehr viel Zeit. Watson zieht sich diese Daten aber einfach digital rein, kann sie durchsuchen und konkrete Fragen entwickeln. Einen eigenen Fragekatalog an die Patienten hat er auch noch. Wenn er alle Daten abgeglichen hat, durchforstet er auch noch Fachliteratur nach ähnlichen Krankenbildern, um dann eine Diagnose vorzuschlagen.

Einen großer Haken an der Sache sind die Daten. Denn die kann Watson nur digital verarbeiten. Da viele Ärzte handschriftlich arbeiten, müssten Unterlagen gescannt und mit Texterkennung digitalisiert werden. Abgesehen davon will IBM mit Watson natürlich auch Geld verdienen. Wie hoch die Kosten genau sind, ist nicht bekannt.