Ist ja noch Zeit - aber jetzt auch nicht mehr sooooo lange! Und das wird auch nicht weniger, dass Menschen von "Weihnachtsstress" berichten. Gibt es den überhaupt? Und wenn ja, was machen wir dagegen? Die Antwort ist: Einen Plan.

Bastian Roet vom Berufsverband Deutscher Soziologen weiß: Weihnachten kommt jedes Jahr wieder total plötzlich. Grundsätzlich freuen sich die meisten auf die freien Tage, auch auf die Treffen mit der Familie, aber irgendwie ist der Stress doch da und der kommt, weil wir keinen Plan haben. Roet sagt, mit Weihnachten gehen Entscheidungen einher.

Welcher Ablauf, wer wird besucht? Das sind Entscheidungen, die gerne aufgeschoben werden. Und wenn sie sich nicht mehr länger aufschieben lassen, entsteht Stress.
Bastian Roet, Berufsverband Deutscher Soziologen über Ursachen von Weihnachtsstress

Der beste Tipp gegen Weihnachtsstress ist also, sich Gedanken zu machen. Zu erst: Was möchte ich eigentlich? Wie möchte ich feiern? Dann aber auch darüber nachdenken, wer wird beschenkt, womit, wer erwartet möglicherweise von mir, dass ich über die Feiertage komme? Und dann ganz wichtig: Drüber reden. Wenn der Plan dann steht, wer wann wohin kommt, was es zu essen gibt und wie viele Geschenke man sich gegenseitig macht, hat man keinen Stress mehr. Und dann aber Merry X-Mas!

Im Vorfeld Planen ist Typfrage

Was auch gerne Stress verursacht, ist die Geschenkfrage. Viele erliegen der Illusion das spontan und gut erledigen zu können. Mööööp! Funktioniert eigentlich nie. Das Problem ist laut Bastian Roet, dass man merkt, dass man sich gar nicht damit auseinander gesetzt hat, was Bruder, Tante oder Mutter freut und dass diese Erkenntnis schmerzhaft ist. Roet rät, darüber nachzudenken, welche Beziehung man zu dem Menschen hat. Auch das muss geplant werden und im Vorfeld Planen ist natürlich eine Typfrage. Trotzdem räumt er ein: Stress ist subjektiv. Und: Die Kommunikation über Stress ist eine soziale Sache.

Zu sagen: "Ach ich hab ja so viel Stress" signalisiert nach außen hin: Ich bin wichtig, ich werde gebraucht - und das ist eine Selbstbestätigung.
Bastian Roet, Berufsverband Deutscher Soziologen über Ursachen von Weihnachtsstress

Wer also von sich selbst sagt, er habe Weihnachtsstress, sagt im Subtext: Ich habe Familie, ich habe Freunde, ich bin ein soziales Wesen das eingebunden ist. Ich habe Beziehungen, die ich auch pflege. Roet sagt: Es ist Selbstbestätigung und auch ein bisschen Show.