Aleppo braucht Hilfe. Doch nach der abgelaufenen Waffenruhe dämpfen neue Kämpfe die Hoffnung der Hilfsorganisation, die notleidende Bevölkerung in der syrischen Stadt mit Hilfsgütern versorgen zu können. Wie gelangen Hilfsgüter nach Syrien?

"Wir können nicht mit einem Hubschrauber voller Lebensmittel in ein Kampfgebiet fliegen, wenn die Stadt bombardiert wird", sagt Ralf Südhoff, Direktor des UN World Food Programme in Deutschland und Österreich. Denn dann würden sowohl die Organisationsmitarbeiter in Gefahr gebracht werden, als auch die Bevölkerung vor Ort: Vor allem letzteres ist Südhoff zufolge eine der großen Gefahren.

Hubschrauber oder Laster

Damit Hilfsgüter nach Aleppo gebracht werden können, müssen Südhoff zufolge Bedingungen erfüllt werden:

  • Weil Aleppo sehr dicht besiedelt ist, können dort laut Ralf Südhoff keine Paletten mit Nahrungsmitteln aus Flugzeugen abgeworfen werden. Stattdessen müssen die Hilfsgüter mit Hubschraubern eingeflogen oder per Lkw angeliefert werden.
  • Für beide Möglichkeiten der Lieferung müssten vorab allerdings Sicherheitsgarantien aller Konfliktparteien vorliegen - das ist jedoch nicht der Fall.
"Wir sind für die Ernährung und für die Logistik zuständig, um Hilfsgüter so schnell wie möglich in Notgebiete zu fliegen."

Vor allem Lastwagenkonvois wären sehr hilfreich: Denn zum einen ist es viel billiger, Nahrungsmittel mit Lkw in die Krisengebiete zu bringen - Lieferungen mit Hubschraubern und Flugzeugen kosten etwa das Siebenfache - zum anderen kann ein Laster mit 30 bis 40 Tonnen im Vergleich mit einem Hubschrauber die zehnfache Menge an Lebensmitteln transportieren.

Not macht erfinderisch

Doch nicht nur Lkw und Luftbrücken mit Hubschraubern und Flugzeugen werden eingesetzt, um Grundnahrungsmittel wie Bulgur, Reis, Mehl, Hülsenfrüchten, Speiseöl, Nudeln, Salz, Zucker und Konserven zu den Menschen zu bringen. "Wir sind für die Ernährung und für die Logistik zuständig, um Hilfsgüter so schnell wie möglich, in Notgebiete zu fliegen", sagt Ralf Südhoff.

Schon öfters mussten kreative Lösungen her: Und so wurden Hilfsgüter auch schon von Elefanten, Eseln, Motorrädern oder Kränen in abgelegene Regionen oder hinter Grenzen geliefert.