Auch aus kleinen Geschäften kann man ein großes machen: Adco, der Hersteller der mobilen Toiletten Toi Toi und Dixi gut im Geschäft - weil die Klos gerne an Flüchtlingsunterkünften eingesetzt werden. Auch andere Unternehmen machen gute Geschäfte mit Flüchtlingen. Der deutschen Wirtschaft tut das gut.

2015 und 2016 kamen viele Flüchtlinge nach Deutschland, die alle eine ordentliche Unterkunft und halbwegs brauchbare sanitäre Einrichtungen brauchten. Da musste viel improvisiert werden, schließlich standen meistens noch keine Unterkünfte für Flüchtlinge bezugsfertig in der Gegend herum. In vielen Fällen mussten erst einmal Container oder Zeltsiedlungen herhalten - oft ohne Bad und ohne Klo.

Rekordeinnahmen: 281 Millionen Euro im Toiletten-Geschäft

Das Unternehmen Adco konnte da schnell seine mobilen Toi-Toi- und Dixi-Toiletten massenhaft verleihen. Voriges Jahr hat Adco ordentlich beim Umsatz zugelegt: knapp 20 Prozent. Nach Angaben von Adco kamen und kommen die Toiletten in den Aufnahmeeinrichtungen, aber auch entlang der Flüchtlingsrouten zum Einsatz.

"2015, als sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland kamen, waren wochenlang keine Container zu bekommen."
Wirtschaftsjournalist Jörg Brunsmann

Aber auch andere Branchen profitieren. Container wurden schneller verkauft als sie am Fließband gebaut werden konnten: Das Geschäft legte um 67 Prozent zu. Auch Dienstleistungen wie Sicherheitsdienste - es gibt in jedem Flüchtlingsheim auch einen Ordnungsdienst - soziale Betreuer oder Übersetzer werden gebraucht. "Das wird allerdings kein dauerhafter Boom sein", schätzt der Wirtschaftsjournalist Jörg Brunsmann die Situation ein. "Die Flüchtlinge werden ja hoffentlich integriert, lernen deutsch und leben nicht auf Dauer in der Notunterkunft."

Der Staat hat im Jahr 2016 etwa 20 Milliarden Euro zusätzlich für Flüchtlinge ausgegeben - etwa für zusätzliches Personal in den Behörden, aber eben auch für die Miete von Wohncontainern, Klos, für Lebensmittel und so weiter. "Die staatlichen Ausgaben für Geflüchtete haben im Jahr 2016 das Wirtschaftswachstum um etwa 0,3 Prozentpunkte erhöht“, sagt Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Er spricht von einem kleinen Konjunkturprogramm, und bei erfolgreicher Integration könne die deutsche Wirtschaft zusätzlich wachsen.

Probleme bei der Jobsuche

Zurzeit leben etwa 1,1 Millionen Flüchtlinge in Deutschland, bisher haben nur 34.000 von den Asylsuchenden einen Job gefunden. Noch hakt es bei der Arbeitsuche und der Integration im Unternehmen. Je nach Aufenthaltstitel dürfen sie keiner Beschäftigung nachgehen. Manchen fehlen auch einfach die Deutschkenntnisse. Anderen fehlt noch der Nachweis, dass sie für bestimmte Berufe qualifiziert sind.