Dass Kinder lieber draußen spielen sollten, statt vor dem Fernseher zu sitzen, gehört zu den Lieblingsweisheiten von Eltern.

Und sie haben Recht. Kinder, die im Alter von zweieinhalb Jahren mehr als zwei Stunden fernsehen, haben es später im Leben schwer. Sie schreiben nicht nur schlechtere Noten in Mathe und sind anfälliger dafür, sich ungesund zu ernähren. Wissenschaftlerinnen der Uni Montréal in Kanada zeigen in einer Studie jetzt auch: Wer als Kleinkind viel fern gesehen hat, der hat als Jugendlicher mit 13 Jahren ein erhöhtes Risiko, sozial ein Außenseiter zu sein. Diese Kinder, so die Forscherinnen, sind außerdem öfter gewalttätig und haben ein geringes Selbstwertgefühl.

Ihre Daten haben sie aus einer Langzeitstudie mit Kindern, die in den Jahren 1997 und 1998 in Québéc geboren wurden. Wie genau sich das Fernsehen auf die Entwicklung von Kindern auswirkt, ist noch nicht geklärt. Die Wissenschaftlerinnen weisen aber darauf hin, dass das menschliche Hirn im Kleinkindalter viele motorische und soziale Fähigkeiten lernt. Dafür brauche es aber reale Erfahrungen. Also Menschen, die mit den Kindern spielen und reden - keinen Fernseher.