Geoblocking ist für Käufer oft ein Ärgernis - weil Onlinehändler Kunden aus anderen Ländern oft schlechtere Angebote machen.

Gegen diese Ungerechtigkeit wollen die EU-Staaten jetzt vorgehen. Die zuständigen Minister haben in Brüssel über einen Kompromiss bei den Regelungen für grenzüberschreitenden Online-Handel beraten. Ihr Ziel ist es, Verbraucher besser zu schützen. Eine Verpflichtung zur Lieferung in andere EU-Staaten ist aber nicht geplant. Jetzt stehen Verhandlungen mit Vertretern des Europaparlaments an.

Den EU-Vorsitz hat gerade die Slowakei. Der slowakische Wirtschaftsminister Peter Ziga kritisierte, dass bisher nur ein Drittel aller Onlinehändler Einkäufe von Kunden aus anderen EU-Mitgliedsstaaten zulassen.

"Das ist so, als wollte man Brot in einer Bäckerei kaufen und sie verkauft es nicht, weil man aus einem anderen Mitgliedstaat kommt."
Peter Ziga, Wirtschaftsminister der Slowakei

Der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig sagt, man müsse einen Ausgleich zwischen den Interessen von Verbrauchern und Unternehmen finden.

Laut einer Studie der EU-Kommission benutzen 40 Prozent der Onlinehändler in der EU Geoblocking. Meistens verhindern sie damit den Verkauf von Schuhen, Kleidung und Unterhaltungselektronik in ein anderes Mitgliedsland, zum Beispiel weil sie in dem Land eigene Unterabteilungen mit eigenen Preisen haben oder ihnen die Lieferung zu aufwändig ist.

Geoblocking funktioniert, weil jedem Rechner eine IP-Adresse zugeordnet ist, aus der hervorgeht, aus welchem Land der Nutzer kommt. Das Ganze verhindert zum Beispiel auch, dass wir in Deutschland Serien sehen können, die in den USA oder anderen Ländern schon im Netz laufen.